Byats-Khandaa Jargal(Mongolien)


Peacewomen
  «Unser Programm und unser Erfolg ermutigte die hohen Beamten/-innen des Landwirtschaftsministeriums. Grüne Revolutionen geschehen jedoch durch diejenigen, die arbeiten und Ideale haben, nicht durch höhere Beamte/-innen.»

Byats-Khandaa Jargal, Diplomlandwirtin und Bäuerin, wurde in einer nomadischen Viehhüterfamilie geboren. Die Gewinnerin einer Goldmedaille für ihre akademische Arbeit leitet nun die Vereinigung Mongolischer Bäuerinnen, die sie 1999 gegründet hatte und die sich für die Unterstützung der Lebensgrundlagen für Arme einsetzt. 2003 wurde ihr der Internationale Preis für die Kreativität von Frauen im Landleben von der Stiftung des Weltfrauengipfels verliehen. Byats-Khandaa ist als eine der sozialsten, realistischsten und praktischsten Führerinnen der Frauenbewegung in Mongolien bekannt.

Byats-Khandaa ging oft in die Häuser der Menschen, um sie über Landwirtschaft zu beraten. In einem fand sie den Garten mit wildem Gras überwuchert und schlug vor, das Gras zu mähen, damit das Gemüse darunter wachsen könne. Als sie zurückkehrte, war alles Gemüse ausgegraben und das Gras noch intakt! Trotz solcher Missverständnisse wurde ihr Konzept des Kleinanbaus ein Erfolg und für die Armen ein gutes Geschäft. Mit Genehmigung der lokalen Verwaltung baute sie 1999 einen erfolgreichen sechs Hektar großen Gemeindegarten auf, der auf Rotationsbasis funktioniert: Jede Familie bekommt ein Stück des Landes für ein Jahr. Der Zweck ist, anschaulichen Unterricht im Gartenbau zu bieten, um den Armen eine Überlebenschance in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit und Armut zu geben. Viele machen die Sache gut und werden dann selbst Schulungskräfte.
Byats Khandaa, eine der Initiatoren/-innen der Grünen Revolution im post-sozialistischen Mongolien, mangelte es anfangs an Geld und sie musste ihre Zweiraumwohnung im Stadtzentrum vermieten. Den Verdienst investierte sie in ein Projekt zur Unterstützung von geringverdienenden Haushalten. Seit Jahren leitet sie eine Suppenküche, die täglich 30 bis 150 arme Kinder und Frauen versorgt. Im Gegenzug werden diese gebeten, in der gleichen Küche an Schulungen in Kunsthandwerk teilzunehmen.
Byats-Khandaa arbeitet eng mit der MWFA zusammen, die ein neues, großzügiges und gut ausgestattetes Trainingszentrum baute, das auf die Umgestaltung der Bayankhoshuu, von gher-(Filzzelt) Bewohner/-innen besiedelten Gegend zielt, um daraus eine wohlhabende Oase zu machen, mit kleinem Gartenanbau sowie Schweine- und Hühnerzucht, die der sozialen und natürlichen Stadtrandumgebung angepasst ist. Das Zentrum entwickelt Methoden des biologischen Gemüseanbaus und ist bereits in der Lage, seine Produkte in der Stadt zu verkaufen.
Byats-Khandaa’s Arbeit wird weit und breit geschätzt.

Mongolian Women Farmers’ Association (MWFA) (Vereinigung Mongolischer Bäuerinnen)

Ostasien | Mongolien

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