Kamala Chandrakirana(Indonesien)


Peacewomen
  «Der schwierigste Teil meiner Arbeit ist es, die Position der Kommission so festzulegen, dass sie nicht Arbeit verrichtet, die schon von anderen Frauengruppen erfolgreich ausgeführt wird.»

Kamala Chandrakirana (geb. 1960) wurde Teil der Frauenbewegung, als sie einer als Reaktion auf die Aufstände im Mai 1998 gegründeten Freiwilligengruppe beitrat. Im gleichen Jahr wurde sie Generalsekretärin der Nationalen Kommission zu Gewalt gegen Frauen, die von der Regierung auf Druck der Frauenbewegung gebildet wurde. Die Kommission befasst sich mit politischen und rechtlichen Reformen auf nationaler Ebene, um die Verantwortung des Staates für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen zu sichern. Von 1998 bis 2003 war sie Generalsekretärin, zurzeit ist sie Vorsitzende der Kommission.

1998, nach den brutalen Vergewaltigungen chinesisch-indonesischer Frauen während der Maiaufstände, traf sich eine Gruppe von Aktivistinnen mit dem Präsidenten von Indonesien, B.J. Habibie, um staatliche Verantwortung für die Gewalt gegen Frauen zu verlangen, die in mehreren Städten vorgefallen war. Kamala Chandrakirana, die bei dem historischen Ereignis anwesend war, erinnert sich: “Das Treffen wurde angesetzt nach der Aussage des Präsidenten, die Rettung der Wirtschaft Indonesiens wäre wichtiger als das Schicksal von 100 vergewaltigten Frauen.“ So war sie erstaunt, dass “der Präsident, nachdem er die Aussagen von einigen Opfern gehört hatte, überzeugt war, dass seine Führung von den Frauen gebraucht wurde und dass er einen festen Stand bezüglich der Gewalt gegen Frauen einnehmen und die Geschehnisse verurteilen musste.“ Die Frauen verlangten auch, dass die Gewalt gegen Frauen während der Aufstände Teil des Mandats für die Arbeit des vom Präsidenten eingesetzten Ermittlungsteams sein sollte.
Schließlich verlangten sie, dass der Präsident Maßnahmen einführte, um jeder Art von Gewalt gegen Frauen im ganzen Land zu begegnen. “Die Nationale Kommission zu Gewalt gegen Frauen wurde dazu eingerichtet“, erklärt Kamala, die zur ersten Generalsekretärin der Kommission ernannt wurde. Sie erinnert sich an lange Verhandlungen zwischen den Frauen und Habibie über die Unabhängigkeit der Kommission, deren Namen, Position und Mitgliedschaft. Und die Frauen gewannen. Der Präsident gab am Ende nach. Die Kommission wurde als unabhängiges Gremium mit unabhängiger Mitgliedschaft gebildet. Als Vorsitzende der Kommission wird Kamala anerkannt für ihre Fähigkeit, Vernetzungen mit regionalen Gruppen und Solidarität zwischen Frauen- und Menschenrechtsaktivisten/-innen zu verstärken. Sie hat eine neue Generation dieser Menschen inspiriert und ist zum Vorbild für unermüdlichen Einsatz und Hingabe geworden.

The National Commission on Violence Against Women ( Nationale Kommission zu Gewalt gegen Frauen)
Südostasien | Indonesien

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