Anju Chhetri (Nepal)


«Die Journalistin und Verlegerin Anju Chhetri hat maßgeblich dazu beigetragen, dass nepalesische Medien eine nützliche, verantwortungsbewusste und zuverlässige Haltung im Hinblick auf Frauenfragen einnehmen.»

Anju Chhetri (geboren 1961) ist eine Mitbegründerin des Asmita-Frauenverlagshauses (AWPH), das sie mitgegründet hat, und tatkräftige Vorkämpferin für Frauenrechte. Durch das AWPH, die führende feministische Organisation in Nepal, sowie ihre Veröffentlichungen in populären Massenmedien ist Anju zu einer Wegbereiterin für die Artikulation von aufkommenden Frauenfragen in Nepal geworden.

Anju Chhetri und ihre Freundinnen gründeten 1988 das Frauenmagazin “Asmita” und bauten zu einem Zeitpunkt eine feministische Medienplattform auf, als in Nepal nirgends sonst über Frauenthemen geschrieben wurde. Wissenschaftler/-innen, Intellektuelle und politische Entscheidungsträger/-innen hatten zuvor keinen Zugang zu den Überlegungen, Belangen und Ideen von Frauen. Als Redakteurin hat Anju Themen entwickelt, recherchiert und auch für Mainstream-Zeitungen und -Magazine Artikel geschrieben, die zum Nachdenken anregen. Gleiche Eigentumsrechte für Frauen, das Recht auf Abtreibung, Sexualität, Gewalt gegen Frauen und das Recht von Frauen auf Gesundheit zählen zu den Themen, die durch sie ins Zentrum des öffentlichen Lebens in Nepal gerückt wurden. Die Bemühungen ihrer Gruppe führte zu einer nationalen Zivilgesetzgebung, die archaische Gesetze, die Frauen das Erbrecht und das Recht auf Abtreibung verboten, ersetzte.
Anju ist sehr produktiv und schreibt zudem über politische Angelegenheiten, Korruption auf hoher Ebene, Regierungspolitik, Entwicklungsvorhaben, den maoistischen Bürgerkrieg, Waffenstillstände und Friedensverhandlungen. Zwischen August 2001 und September 2003 hat sie in ihrer wöchentlichen Kolumne in “Kantipur”, der größten Tageszeitung des Landes, 86 Artikel publiziert.
Nepal ist kein journalistenfreundliches Land. Als “Asmita” zum ersten Mal erschien, war das autokratische Panchayat-(Dorfrat) System in Kraft und die Massenmedien wurden größtenteils staatlich kontrolliert. Anju und ihre Kollegenschaft wurden nicht überprüft, weil ein Frauenmagazin als relativ harmlos galt. Sie nutzen die Gelegenheit, um Demokratie und die unbestreitbaren Grundrechte von Frauen zu befürworten. Während sie die Medien nutzt, um Frauenrechte zu fördern, zögert Anju aber auch nicht, sie einzusetzen, um die Frauenbewegung zu kritisieren und von der Öffentlichkeit überprüfbar zu machen.

Asmita Women’s Publishing House (AWPH) (Asmita-Frauenverlagshaus)
Südasien | Nepal

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