Hadja Saran Daraba (Guinea)


 

«Ich denke, dass es einer der Fehler im Friedensprozess in Sierra Leone war, die Rolle der Zivilgesellschaft auf ein Minimum zu reduzieren.»

Die Apothekerin Hadja Saran Daraba war die erste Frau, die den 1984 in Guinea etablierten Liberalismus nutzte, indem sie ein pharmazeutisches Büro eröffnete. Sie ist Präsidentin von COFEG, einer Organisation, die die Arbeit von 60 Frauen-NGOs im Blick hat. Sie war außerdem Ministerin für die Förderung von Frauen und Kindern. In dieser Funktion erwarb sie viele Erfahrungen im Bereich humanitärer Aktivitäten und der Erforschung und Konsolidierung des Friedens.

Hadja Saran Daraba und die Frauen vom Netzwerk für Frieden in der Region des Mano-Flusses (REFMAP) tauchten 2001 in der Öffentlichkeit auf, als die Situation in der Mano-Region sehr dramatisch war und die drei Regierungen von Guinea, Liberia und Sierra Leone ein Treffen verweigerten. Der politische Dialog war lahmgelegt und Menschen wurden getötet. Die in diesem Gebiet arbeitenden NGOs konnten sich nicht rühren, weil die Armeeeinheiten durch ein kriminelles Wirtschaftssystem in der Flussregion beherrscht wurden: Drogen- und Waffenhandel und Handel mit Kindern und Frauen. So wurde eine Parallelwirtschaft geschaffen und die Beteiligten hatten kein Interesse am Frieden. Die Organisation Saran Darabas und andere Organisationen kämpften gegen die Vergewaltigung von Frauen und den erzwungenen Eintritt von Kindern in bewaffnete Gruppen. REFMAP kämpfte auch erfolgreich für die Teilnahme von Frauen an den Friedensverhandlungen, so dass auch ihre Sichtweisen in Betracht gezogen wurden. Die Leiterin von REFMAP gab den Führern eine passende Analyse der Situation. Hier einige Auszüge daraus: “Ihr könnt nicht sagen: ‘Das geht mich nichts an, weil es in Sierra Leone oder Liberia geschieht und ich Guineaner bzw. Guineanerin bin.’ Überhaupt nicht! Was euren Nachbarn und Nachbarinnen geschieht, das wird bald auch euch geschehen und umgekehrt. Wir haben nicht schnell genug reagiert, um den Krieg in Liberia aufzuhalten. Liberia brannte, dann Sierra Leone und dann Guinea selbst. Wir müssten sagen: ‘Hört mal, all das muss aufhören.'”
Hadja Saran Daraba engagiert sich auf nationaler Ebene für eine Vision: Die Friedenskultur soll verstärkt werden, indem man alle gesellschaftlichen Akteure (NGOs, Medien, traditionelle Kommunikatoren, Frauen, traditionelle Anführer, Religionsführer usw.) dazu ermutigt, ihren Beitrag zu leisten. Das Ziel ist die Friedenskonsolidierung, Konfliktprävention in Westafrika und Armutsbekämpfung in ganz Afrika.

Coordination des ONG Féminines de Guinée (COFEG) (Koordination der Frauen-NGOs in Guinea)
Réseau des femmes du Fleuve Mano pour la paix (REFMAP) (FrauenFriedensnetzwerk am Mano-Fluss)
Afrika | Guinea

This post is also available in English.