Lucía Willis Paau (Guatemala)


Peacewomen

Sie ist Guatemaltekin, die würdige Erbin zweier Kulturen, den Maya-Q’eqchi (die direkten Nachkommen der Maya) und den Garifuna (Nachkommen ehemaliger afrikanischischer Sklaven und Sklavinnen). In ihrem Leben hat die 46-jährige Lucía Willis Paau viele Rollen gespielt: Schwesterngehilfin, Forscherin, Sozialarbeiterin, Mutter und Menschenrechtsverteidigerin. Von ihrer Mutter lernte sie zu kämpfen. Sie trotzte Armut, Diskriminierung und Ausgrenzung, ohne aber jemals ihre Ursprünge zu vergessen. Lucías Kampfgeist ist unbeugsam; sie webt ihr Leben mit Fäden aus Arbeit und Hoffnung.

Lucía Willis Paau wurde 1959 in Cobán, der Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Alta Verapaz, in Guatemala geboren. Nach dem Tod ihres Vaters arbeitete sie wie so viele andere Kinderarbeiter und -arbeiterinnen und lernte, Textilien zu weben, die später auf dem Markt verkauft wurden. Obwohl ihre Mutter nicht lesen konnte, war sie weise: Sie spornte ihre Tochter zum Studieren an. Lucía wurde aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer Kleidung, die ihre ethnischen Ursprünge wiederspiegelte, diskriminiert. Sie lernte, Kaffee, Bohnen und andere Anbaupflanzen zu ernten – an diese Zeiten erinnert sie sich als einige der glücklichsten ihres Lebens. Sie war schon Köchin, Schreibkraft und Schwesterngehilfin. Nach vielen Opfern und aufgrund ihrer Ausdauer schloss sie ihr Studium ab. Zwischen 1980 und 1997 war Lucía Willis Paau Mitbegründerin vieler Organisationen indigener Frauen. In den Jahren 1998 und 1999 arbeitete sie als Forscherin an politischen Partizipationsvorhaben der Pocomchí-Maya-Frauen und an der psychischen Verfassung der Opfer der bewaffneten Auseinandersetzungen (1960 – 1996). Darüber hinaus fungierte sie als Vermittlerin in Konflikten um Agrarfragen und Familienauseinandersetzungen um Pensionszahlungen. In den letzten Jahren haben sich ihre Bemühungen auf die Stärkung der Frauen gerichtet.
Als Frau mit festen Prinzipien und voller Entschlossenheit, gegen alle Widrigkeiten anzukämpfen, ist Frieden für sie gleichbedeutend mit “in Harmonie und Freiheit nebeneinander leben – ohne Gewalt und ohne soziale, wirtschaftliche oder politische Ungerechtigkeit”. Sie träumt von einer Welt voller Chancen für Frauen. Obwohl die Ungerechtigkeiten sie erschüttern, lächelt sie das Leben an. Sie ist eine Frau des Glaubens: streng, stark, beharrlich und nachdenklich. Zurzeit kämpft sie gegen Krebs an: Sie will leben, um zu träumen, zu kämpfen und zum Friedensprozess beizutragen.

Foundation of the Mayan Woman of the North (FUNMAYAN) (Stiftung der Maya-Frauen des Nordens)
Lateinamerika und die Karibik | Guatemala

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