María Eugenia Aguilar Castro (El Salvador)


 

Peacewomen

«Unter einer fremden Herrschaft, sammelten sich die Martyrien, / und zerstörten; / verwirrt, verloren, ihr Gedächtnis verleugnet, / allein. (Dichtung der Apu Inka Apawllkaman–Quechua)»

María Eugenia Aguilar wurde die Ahnenwelt durch ein Quiché-sprechendes Kindermädchen indigener Herkunft vorgestellt. Nachdem sie einige Zeit mit angesehenen indigenen Menschen des amerikanischen Kontinents verbracht hatte, begann sie, sich voll mit der indigenen Welt zu identifizieren. Sie ist die Gründerin von Kal Tunal (Haus der Sonne) und dem Salvadorianischen Institut zur Rettung des Indigenen Erbes. Ihr Ziel ist, die indigenen Bräuche und Werte sichtbar zu machen, damit sie ihren Platz in der nationalen Volkskultur finden.

María Eugenia Aguilar (geb. 1948) wurde durch zufällige Treffen mit angesehenen Ureinwohner/-innen stark beeinflusst; sie kam nicht mehr davon weg. Ein indigenes Kindermädchen hatte ihr Gehör für die süßen Klänge der Vögel geschärft. Einige Jahre später erweckte eine Heilerin aus dem mexikanischen Nahua-Volk den Wunsch, die Erde ihrer Kindheit wiederzuentdecken. Bald lernte sie in Nahuizalco, einer indigenen Region im Westen El Salvadors, die Náhuatl-Sprache. Ein indigener Guatemalteke veränderte ihr Leben für immer, als er ihr den Namen “Tzunún Ja” gab, was “Spatz, der eine Botschaft” überbringt, bedeutet. Als der Venezolaner Domingo Díaz Port den Verband Solar-Indigener Amerika (MAIS) gründete, eine internationale Organisation in Mexiko, trat María Eugenia ihr bei und gab Seminare und Workshops über Sprache und Kultur. Später nahm sie am “Lied für die Erde” teil, einem von den indigenen Navajos aus Arizona organisierten Treffen. Ein Jahr darauf war sie Koordinatorin für die Veranstaltung “In Lakech” (Du bist mein anderes Ego) in El Salvador. 1992 gründete sie das Zentrum für Kulturelle Bildung und Menschliche Entwicklung, Escuela de Tejedores Kal Tunal o Casa Del Sol (Haus der Sonne) und 1994 das Salvadorianische Institut zur Rettung des Indigenen Erbes, dessen Leiterin sie heute noch ist. Sie ist Autorin des Buches “Women’s Empowerment Through Their Ancestral Wisdom” (Stärkung der Frauen durch ihre Urweisheit) und erstellte das erste indigene Profil El Salvadors.
Die Maya-Priesterin María Eugenia Aguila sagt, dass eine “friedliche Welt möglich wird, wenn die Älteren mit den Jüngeren verbunden sind, so dass die traditionellen Kulturen nicht vergessen und zerstört werden. Der derzeitige Begriff der Nachhaltigkeit soll als Nachhaltigkeit des Lebens selbst verstanden werden. So ist es Teil meiner Arbeit, Gedächtnis, Weisheit, Wissen und die Kunst der Gemeinschaften zu bestätigen.”

Rescate Ancestral Indígena Salvadoreño (RAIS) (Salvadorianisches Institut zur Rettung des Indigenen Erbes)
Lateinamerika und die Karibik | El Salvador

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