Elsie Monge (Ecuador)


Peacewomen

«Und wenn wir mit den anderen zusammen am Beginn eines ewigen Morgens stehen, werden wir alle gefrühstückt haben? Cesár Vallejo, Peruanischer Dichter»

Sie trat in die Missionarsgemeinde von Maryknoll ein und arbeitete mit Menschen, die vom rechten Weg abgekommen waren. Während einer Radioübertragung in Panama prangerte sie öffentlich einen Mord an und musste das Land verlassen. Nach der Rückkehr in ihr Heimatland Ecuador arbeitete Elsie Monge in Landwirtschaftskollektiven der afrikanisch-stämmigen Bauernschaft mit. Dann begann sie bei der Ökumenischen Menschenrechtskommission, deren Direktorin sie seit 1986 ist. Sie hilft Flüchtlingen und klagt Verbrechen und andere Missbräuche an. Die ewig junge Elsie Monge (72) leitet weiterhin die Kommission.

In ihrer Jugend arbeitete Elsie Monge mit ihrer Großmutter, Gründerin des Roten Kreuzes in Ecuador. Sie schloss ihr Studium der Pädagogik in den USA ab, wo sie bereits die Katholische Missionarsgruppe in Maryknoll kennenlernte, der sie sich später anschloss. Als Missionarin arbeitete sie in ganz Lateinamerika mit Menschen, die von den Lehren der Katholischen Kirche abgekommen waren. Sie arbeitete bei einem Katholischen Radiosender in Panama und wurde “eingeladen”, das Land zu verlassen, nachdem sie den Mord an einem Geistlichen im Radio angeprangert hatte. Daraufhin ging sie nach Ecuador zurück und arbeitete in einer afrikanisch-stämmigen Gemeinde. Damals besetzte die Bauernschaft das Land und bekämpfte die mächtigen Landbesitzer/-innen. Elsie wirkte bei der Bildung des Landarbeiterverbands mit. Bei einer Auseinandersetzung kam ein Bauer ums Leben, andere wurden verletzt. Im Krankenhaus wurde ihnen Hilfe verweigert, da eine Krankenschwester der Familie des in den Konflikt verwickelten Landbesitzers angehörte. Elsie griff mit der Ökumenischen Menschenrechtskommission ein und veränderte die Gesinnungen. Die Bauernschaft erhielt Land und einen Bewässerungskanal.
1981 trat Elsie in den Dienst der Kommission, unterstützte politische Flüchtlinge aus Chile, Uruguay und El Salvador und wurde berufen, der Diktatur des Leon Febres Cordero in Ecuador entgegenzutreten. Sie leistete rechtliche und humanitäre Hilfe für politische Gefangene, verurteilte das von der Staatssicherheit veranlasste Verschwinden von Personen und erhielt Drohungen. Die Polizei fabrizierte ein belastendes Video, um sie in Verruf zu bringen. Sie drängte auf die Bildung einer Provinzkommission für Menschenrechte, die spätere Menschenrechtsfront von Ecuador, deren Leiterin sie ist. Elsie Monge, das reiche Mädchen, das beschloss, sein Leben den Armen zu widmen, erklärt: “Der schlimmste Angriff auf die Menschenrechte ist Armut.”

Ecumenical Commission of Human Rights (Ökumenische Menschenrechtskommission)
Ecuadorian Front for Human Rights (Menschenrechtsfront von Ecuador)

Lateinamerika und die Karibik | Ecuador

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