Boua Chanthou (Kambodscha)


 

Peacewomen

«Wir hoffen, dass das, was wir tun, eine grundlegende Reform von unten bewirkt und dass die Begriffe Demokratie und Transparenz den Menschen eingepflanzt werden.»

Boua Chanthou, geboren 1952, verließ Kambodscha 1972, um im Ausland zu studieren. Als sie acht Jahre später am Ende des Bürgerkriegs zurückkam, war ihr Land verwüstet und menschenleer. Boua beschloss, an seinem Wiederaufbau zu arbeiten. Um wieder Gemeinschaftssinn unter den Menschen zu entwickeln, regte sie den Aufbau eines kleinen Sparprogramms an, dazu Berufsausbildung und die Überwachung der Entwicklungshilfe, um zu sichern, dass die Gemeinden an der Basis davon profitieren. Jetzt leitet Boua die Partnership for Development in Kampuchea (PADEK) (Partnerschaft für Entwicklung in Kambodscha), die 1979 gegründet wurde.

Als Boua Chanthou 1972 ihr Land verließ, um im Ausland ihre Studien fortzusetzen, ahnte sie nicht, dass es acht Jahre dauern würde, bevor sie zurückkehren konnte. Und als sie kam, erfuhr sie, dass ihre Eltern und Geschwister die Grausamkeiten der Roten Khmer nicht überlebt hatten. Ihre Rückkehr nach Kambodscha 1980 “beeinflusste die Art und Weise, in der ich auf das Leben schaute”, sagt sie. Verwirrt und verzweifelt danach forschend, wie ihre Familie umkam, bereiste sie das Land und sprach mit den Menschen, um ihr Leid kennenzulernen. Beim Anblick der Zerstörungen beschloss sie, etwas für den Wiederaufbau des Landes zu tun. “Die Leiden meines Volkes, von denen ich erfahren habe, lehrten mich viele Dinge. Als ich sah, was die Roten Khmer getan hatten, und die Ideologie studiert hatte, der sie anhingen, lernte ich praktische Dinge mehr zu schätzen als Ideologie”, sagt Boua Chantou, die über den internen Krieg Bücher mitverfasst hat.
Nachdem sie im Ausland von 1980 bis 1995 als Beraterin tätig war, kehrte sie nach Kambodscha zurück. Durch Partnership for Development in Kampuchea (PADEK) (Partnerschaft für Entwicklung in Kambodscha) und mit ihren Kenntnissen in Wirtschaft, Bildung und multikulturellen Studien bringt sie jetzt Gemeinschaftssinn zurück, indem sie Entwicklungsprogramme entwirft, die den Bedürfnissen der Gemeinden entsprechen. Als Folge wurden Kleinkreditprogramme in über 250 Dörfern eingerichtet, bei denen Gemeindemitglieder investieren, sparen und sich gegenseitig unterstützen. PADEK konzentriert sich auf Entwicklung und Demokratie, Kompetenzschulung, Nahrungsverteilung und Hilfe bei Dürre. Nach Gesprächen mit Bauern/Bäuerinnen, Lehrkräften und Eltern half Boua, Berufsausbildung und Schulungsprogramme in den Bereichen Fischerei, Veterinärwissenschaften und Gesundheitsfürsorge zu organisieren. Sie hofft, dass die Menschen durch PADEK lernen werden, wie wichtig es ist, auf demokratische und transparente Weise zusammenzuarbeiten.

Partnership for Development in Kampuchea (PADEK) (Partnerschaft für Entwicklung in Kambodscha)
Südostasien | Kambodscha

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