Saila Ithayaraj(Sri Lanka)


«Als Witwe und Tochter einer Witwe und hat Saila Ithayaraj es sich zur Lebensaufgabe gemacht, anderen in ihrer Situation zu helfen, indem sie gegen tief verwurzelte, kulturelle Vorurteile ankämpft.»

Das Leben von Saila Ithayaraj, Tochter einer Witwe und auch selbst Witwe, veränderte sich, als sie im Jahr 2002 mit der Organisation Shantiham in Kontakt kam, die für das Wohlergehen der Menschen in den seit langem verwüsteten Konfliktzonen von Sri Lanka arbeitet. Sie hat ihren eigenen Kummer überwunden, wurde selbst Aktivistin in einem Dorf mit 65 Witwen und reist durch das Land, um ihre Erfahrungen weiterzugeben und sich mit ihresgleichen zu verbünden.

Saila (geboren 1977) ist das älteste von vier Kindern eines Fischers und lebt in der kriegszerrissenen Provinz Jaffna im Norden Sri Lankas. Ihr Vater wurde 1987 auf See während des Beschusses durch indische Peace Keeping-Truppen, die in Sri Lankas Bürgerkrieg eingriffen, getötet. Die Tragödie unterbrach ihre Ausbildung nach der zehnten Klasse und 1994 heiratete sie mit 17 einen Cousin. Das Leid kam ein zweites Mal, als ihr Ehemann, ein Fischer, 1996 durch Sri Lankas Marine festgenommen wurde – man fand seine Leiche anderthalb Monate später. Damals hatte Saila schon eine Tochter. Sie und ihre Mutter hatten ein schweres Leben als zwei Frauen, die vier jüngere Kinder zu ernähren hatten. Bedrückt und frustriert zog sich Saila fünf Jahre ins Haus zurück. Die Probleme verschlimmerten sich, als die Familie in einem innerstaatlichen Konflikt vertrieben wurde. 2002 veränderte sich Sailas Leben: Die Organisation Shantiham, die für das psychosoziale Wohl der Menschen in Sri Lankas Konfliktzonen arbeitet, begann, mit 65 Witwen ihres Dorfes zu arbeiten. Sie wurden zu einer Gruppe zusammengebracht; Saila wurde ihre Präsidentin.
Saila ist seit mehr als drei Jahren eine Aktivistin, die hauptsächlich für die Stärkung der Witwen und die Dorfentwicklung durch Infrastruktur und Bildung arbeitet. Ihre Gruppe Tharaka hat Mittel für Häuser und Brunnen für das Dorf aufgetrieben, nicht nur für die Familien der Witwen, sondern auch für andere Unterprivilegierte. Es gelang ihr, alle Kinder, die wegen des Bürgerkriegs die Schule verlassen hatten, zurückzubringen und in ihrem Zentrum Privatunterricht für die Dorfkinder zu arrangieren. Sie vernetzt sich auch mit Frauen in ähnlicher Lage aus anderen Teilen Sri Lankas.
Da sie weiß, wie man sich als ausgeschlossene Witwe fühlt, arbeitet Saila hart, um das Selbstbewusstsein von Frauen zu stärken, indem sie kulturelle Vorurteile über die Witwenschaft verändert.

Tharaka Center for Widows (Tharaka-Witwenzentrum)
Südasien | Sri Lanka

This post is also available in English.