Sunila Abeysekera(Sri Lanka)


Peacewomen
  «Sunila Abeysekera ist eine prägende Stimme in der Frauenbewegung Sri Lankas und Südasiens, aber auch in internationalen Bewegungen für Frauenrechte.»

Sunila Abeysekera (1952-2013) war eine prägende Stimme in der Frauenbewegung Sri Lankas und Südasiens, aber auch in internationalen Bewegungen für Frauenrechte. Sie war eine Vorkämpferin in der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen und gründete ihre Organisation INFORM 1989, um Informationen über Verletzungen von Menschenrechten zu einer Zeit zu sammeln, als Unterdrückung und Terror in ihrem Land ein historisches Hoch erreicht hatten. Sunila verstarb am 9. September 2013 in Colombo.

Sunila Abeysekera verließ Sri Lanka 1987, nachdem sie Todesdrohungen erhalten hatte und die Ermordung eines Kollegen mitansehen musste. Nach sechs Monate in den Niederlanden kehrte sie aber zurück. Die alleinerziehende Mutter von sechs Kindern ist Aktivistin für Frauen- und Menschenrechte und lebt und arbeitet seit 30 Jahren in Sri Lanka. Ihr besonderes Augenmerk gilt Zivilisten/-innen in Kriegsgebieten, Frauenrechten, sexuellen und Fortpflanzungsrechten sowie den Rechten gesellschaftlicher Gruppen wie Prostituierten, Menschen mit HIV/Aids, Homo- und Transsexuellen.
1989 half Sunila bei der Gründung von INFORM, die Menschenrechtsverletzungen zu einer Zeit dokumentierte, als Unterdrückung und Terror in Sri Lanka ihren Höhepunkt erreicht hatten. Sie spielte eine wichtige Rolle dabei, Wiedergutmachung für Menschenrechtsverletzungen zu fordern, indem sie diese international bekannt machte. Seit den späten 1970er Jahren ist sie eine Schlüsselfigur in Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine Verhandlungslösung für den Konflikt wollen.
Sunilas wirksamster Beitrag zu Frauen- und Menschenrechten ist ihr Versuch, zwischen beiden eine Brücke zu schlagen. Sie erarbeitet kurze und leichtverständliche Broschüren in Sinhala und hat mit Frauengruppen und Sozialaktivisten/-innen zusammengearbeitet, um einfache Konzepte gewaltloser Konfliktlösungen zu vermitteln. Dabei nimmt sie eine feministische Perspektive zu Militarisierung, Konflikt, Konflikttransformation und Friedensschaffung ein. Ihre Erfahrungen im Zusammenbringen von Frauen unterschiedlicher Hintergründe nutzten Frauenrechtlerinnen in Gujarat, im Nordosten Indiens, Uganda und Osttimor.
Als ihre größte Herausforderung sieht Sunila die Verbindung ihrer Arbeit mit der einer alleinerziehende Mutter. Als sie den UN-Menschenrechtspreis von Kofi Annan erhielt, sagte sie: “Endlich werden meine Kinder meine Arbeit als lohnend anerkennen!”

INFORM
Südasien | Sri Lanka

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