Marion Hancock (Neuseeland)


 

Peacewomen

«Dir wird erst bewusst, wie weit du gekommen bist, wenn du abends im Bett liegst und die Reise überdenkst. Ich weiß nicht mehr, ob es ein Witzbold war, der bemerkte: Von kleinen Eicheln kommen mächtige Eichen.»

Als die junge Mutter 1980 die Nachrichten hörte, dachte Marion Hancock: “Ich sollte etwas darum tun.” “Darum”, das war die nukleare Abrüstung. Marion spielte eine wichtige Rolle im Streben nach einem atomfreien Neuseeland. Als Leiterin der Stiftung für Friedensstudien in Aotearoa, weitete sich ihre Friedensarbeit auf die zwischenmenschlichen Ebene aus, auf Friedensarbeit in Schulen, Gewaltprävention und Medienarbeit. Marion, der das Anwachsen der Gewalt schmerzlich bewusst ist, setzt sich dafür ein, dass Kinder im friedlichen Zusammenleben aufwachsen und ihr volles Potential ausschöpfen können.

Der erste magische Moment fand 1990 während Marion Hancocks Mitwirkung in der “Stimmen für den Frieden”-Kampagne statt. Diese arbeitete daran, die politischen Parteien in Neuseeland von einer atomfreien Politik zu überzeugen. Jahre nachdem Neuseeland unter einer Labour-Regierung tatsächlich atomfrei wurde, arbeitete Marion weiterhin mit Stimmen für den Frieden. Eine Wahl stand bevor und die Nationalpartei sagte, sie würde die Politik umkehren. Eines Abends erhielt Marion einen Anruf einer Freundin, die fragte, ob sie die Fünf-Uhr-Nachrichten gesehen hätte. Die Nationalen hatten ihre Meinung geändert und Neuseelands atomfreie Politik übernommen! Dafür hatte Marion die ganze Zeit gearbeitet und es kam aus heiterem Himmel. Fünfzehn Jahre später erinnert sie sich immer noch deutlich an diesen Moment und ihr Hochgefühl.
Der zweite Moment ereignete sich 2004, als die Friedensstiftung einer kenianischen Organisation half, die an Friedenspädagogik in Schulen arbeitet. Im Januar schickte der Leiter der Organisation eine E-Mail ins Blaue, in dem er über die Arbeit und ihren Mangel an Ausstattung und Geld schrieb: “Kann irgendjemand helfen?” Als Marion sie erhielt, hatte sie gerade etwas Zeit und setzte sich mit ihm in Verbindung. Binnen kurzem war der Fußboden ihres Büros mit Computern, Druckern und allen möglichen zu verschickenden Sachen bedeckt. Als alle Sachen in Kenia angekommen waren, erhielt Marion eine wundervolle E-Mail von dem Leiter, der schrieb, es wäre, als würde er alle seine Weihnachtsfeste auf einmal erleben: “Marion, ich bin so glücklich – kabisa (total). Muss mich nur einen Tag lang hinsetzen und das alles in mich aufnehmen.” So ein klarer Hinweis darauf, meint Marion, wie einfach es für Menschen in vergleichsweise reichen westlichen Ländern ist, etwas zu tun, das relativ klein erscheint, aber für eine Organisation in Afrika einen riesigen Unterschied macht.

Foundation for Peace Studies (Stiftung für Friedensstudien)
Ozeanien | Neuseeland

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