Nelsa Libertad Curbelo Cora (Ecuador)


 

Peacewomen

«Blumen werden in Dung gezogen, nicht in Diamanten.»

Nelsa Curbelo lebt seit 1970 in Ecuador. Im Kampf um die Rechte indigener Völker spielte sie eine Schlüsselrolle. Sie leitet zu Gewaltfreiheit an, ist Mediatorin und bemüht sich um Lösungen für nationale und internationale bewaffnete Konflikte. 1999 gründete sie Ser Paz (Peace for Living Together; Frieden Sein), eine Organisation, die Jugendbanden in Guayaquil dazu befähigen will, sich mit der Regierung zu verständigen und damit den Kreislauf von Gewalt und Unterdrückung zu durchbrechen. Sie will Gelegenheiten für Freundschaft und künstlerischen Ausdruck schaffen, die zu einer menschlicheren Zukunft führen sollen.

Nelsa Curbelo wurde in Montevideo, Uruguay, in eine atheistische Arbeiterfamilie hineingeboren. Mit 20 ließ sie sich taufen, ging nach Frankreich und trat dort einer katholischen Glaubensgemeinschaft bei. Angezogen von der Kultur der indigenen Völker Südamerikas ging sie 1970 als Missionarin nach Ecuador. Dort lebte sie unter den Bedingungen von Diskriminierung und militärischer Unterdrückung, wie die indigenen Gemeinschaften auch. Sie untersuchte Morde, Verschwinden und Folter und machte sie publik. Dadurch wurde sie zu einer Informationsquelle im Kampf für Menschenrechte. Als Leiterin von SERPAJ, dem Servicio Paz y Justicia (Dienst für Frieden und Gerechtigkeit), wirkte sie als Mediatorin und engagierte sich für das Finden von Lösungen in bewaffneten Konflikten innerhalb und außerhalb des Landes. Während des ersten Aufstandes der Indigenen in Ecuador 1990 war sie das Verbindungsglied im Dialog zwischen der Regierung und den indigenen Führungspersonen. Während der Friedensvereinbarungen zwischen den Guerillas und der Regierung von Guatemala war sie als Beobachterin tätig, ebenso bei der Übergabe der Waffen der konterrevolutionären Gruppen an die Sandinistische Regierung in Nicaragua. Sie hatte eine schwere Zeit, als sie die Infiltration des SERPAJ-Hauptquartiers in Peru durch Aktivisten/-innen von Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) entdeckte, was zum Schließen des Büros führte. 1994 veröffentlichte Nelsa “Walking with the People” und wurde zur Frau des Jahres ernannt in Guayaquil, eine von Banden unsicher gemachte Stadt. Sie gründete die Organisation Ser Paz (Peace for Living Together; Frieden Sein), die Treffen von Bandenmitgliedern und Vertretern/-innen von Regierung, Polizei und Universität veranstaltete. Seit 1999 wird das Gewaltpotenzial der jungen Leute in Ausdrucksformen wie Tanz, Musik, Wandmalerei und Kunsthandwerk umgelenkt. Die kunsthandwerklichen Arbeiten kann man jetzt auf Plätzen und Märkten kaufen, die zuvor als Schlachtfelder dienten.

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