Rosalina Tuyuc Velásquez (Guatemala)


 

Peacewomen

«Mein Platz wird immer an der Seite der Witwen sein – den Frauen, die die Last des Rassismus auf ihren Schultern tragen.»

Die 49-jährige Rosalina Tuyuc Velásquez gehört zur Volksgruppe der Maya Kaqchikel. Sie wurde Waise, Ehefrau, Mutter und Witwe, vertrieben und verfolgt. Sie kämpft, damit der Staat Guatemala seine Verantwortung für Verhaftungen, das Verschwinden und den Tod tausender Guatemalteken und Gualtemaltekinnen eingesteht. Sie versucht, ihre Furcht zu überwinden und umarmt das Leben. Sie fordert Gerechtigkeit und träumt von Frieden, Respekt gegenüber Frauen und dem Wohlergehen der Ureinwohner und Ureinwohnerinnen.

Rosalina Tuyuc Velásquez ist eine zur Volksgruppe der Maya Kaqchikel gehörende guatemaltekische Indigena, die aus einer Landwirtsfamilie stammt. Sie ist Katholikin, mit der Spiritualität ihres Mayavolkes. In sich trägt diese kleinwüchsige Frau die Erinnerungen an die Gräueltaten der bewaffneten Streitkräfte ihres Landes an den Ureinwohnern und Ureinwohnerinnen. “Als ich von meinem Land vertrieben wurde, als ich Witwe und Waise wurde, begann ich, den Schmerz und das Leiden der Menschen zu sehen. Ich war nicht die Einzige in dieser Situation, hunderttausenden Familien ging es genauso. Mütter und Witwen schlossen sich zusammen, um eine Lösung für den Konflikt zu finden. Wir wollten unsere Kinder vor dem Militärpflichtdienst schützen und der Bedrohung durch die Patrouillen zur Zivilen Selbstverteidigung, die Todesschwadronen gleichen, entgegentreten.
Alle Kriege haben etwas Schreckliches, “die Gleichgültigkeit gegenüber den Schwächsten, gegenüber denen, die nicht sprechen können, gegenüber Schmerz und Leid”. Es ist genau diese Gleichgültigkeit, die den Kampfgeist von Rosalina Tuyuc Velásquez antreibt. “Ich freue mich darüber, zu einer Organisation wie der National Coordination of Widows of Guatemala (Nationale Koordination der Witwen Guatemalas) zu gehören und für die Menschen, die indigenen Menschen, zu arbeiten, selbst wenn ich immer noch Angst habe.” Aber sie macht weiter – und träumt “von dem Tag, an dem die Ansprüche der Ureinwohner und Ureinwohnerinnen verstanden werden: die Forderung nach Achtung vor dem Leben, das Recht auf ihre eigene Kultur und das Recht anders zu sein”.

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