Beatriz Benzano Seré (Uruguay)


 

«Ich habe sehr bald verstanden, dass ich weit entfernt von den leidenden Menschen nicht glücklich sein konnte. Für mich ist das Wichtigste, nah bei den geringsten Menschen in meinem Land zu sein.»

Als dominikanische Nonne kannte Beatriz Benzano das Leid der Randgruppen von Montevideo, Buenos Aires und Santiago. Sie verließ ihren Orden und wurde Mitglied der legendären Tupamaro-Bewegung, bis sie gefangen, gefoltert und vier Jahre ins Gefängnis gesperrt wurde. Sie kehrte aus ihrem Exil in Frankreich nach Uruguay zurück, um die Gruppe Dämmerung des Neuen Paris – Frauen für ein Würdiges Leben zu organisieren, die Obdachlosen und Familien, deren Leben von Arbeitslosigkeit zerstört wurde, hilft. Sie widmete ihre Arbeit besonders der Hilfe und Verteidigung verlassener Frauen.

Von der Idee motiviert, dass es unmöglich ist, ohne andere Menschen glücklich zu sein, trat Beatriz Benzano mit 21 Jahren dem Dominikaner-Orden bei, wo sie ihre Ausbildung erhielt. Als Nonne teilte sie das Leben der armen Familien in den Slums ihrer Heimat Montevideo und in den armen Vierteln von Buenos Aires. Sie versuchte, die Ursachen der Marginalisierung, unter der diese Menschen litten, zu verstehen und zog nach Chile, um mit Paulo Freire politische, ökonomische und soziale Studien zu betreiben. Nach ihrer Rückkehr entschied sie, den religiösen Orden für den Kampf in der Tupamaro-Bewegung für nationale Befreiung zu verlassen. 1972 wurde sie gefangen, gefoltert und kam ohne Prozess ins Gefängnis Punta de Rieles. Sie blieb vier Jahre dort zusammen mit anderen gefangenen Frauen. Nach ihrer Befreiung musste Beatriz Benzano nach Frankreich ins Exil gehen. Von dort arbeitete sie weiter durch Verbreitung von Information über den Kampf ihres Volkes und anderer lateinamerikanischer Bevölkerungen, die kämpften, um die Macht der Diktaturen zu brechen. Mit einer Gruppe von Internationalisten und Internationalistinnen wurde sie Teil einer Solidaritätsbrigade mit den triumphierenden Siegenden der Revolution in Nikaragua.
Nach der demokratischen Befreiung Uruguays kehrte sie aus dem Exil zurück, um die Gruppe Dämmerung des Neuen Paris – Frauen für ein Würdiges Leben zu gründen, eine NGO, die Bau-Genossenschaften und Arbeitsprojekte organisiert, welche die Gründung kleiner Unternehmen unterstützen und außerdem Kindertagesstätten organisieren. Beatriz achtet besonders auf einsame Frauen und junge Mädchen, die vom Bildungssystem ausgeschlossen sind. Sie widmet sich besonders der Verteidigung reproduktiver Rechte und dem Kampf zur Entkriminalisierung der Abtreibung. Der Weg ist ungewiss, aber es gibt einen Brunnen der Hoffnung, der bessere Bedingungen für individuelle und kollektive Veränderung bringt.

Dawn of New Paris Group – Women for a Dignified Life (Gruppe Dämmerung des Neuen Paris – Frauen für ein Würdiges Leben)
Lateinamerika und die Karibik | Uruguay

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