Nilda Medina-Diaz (Puerto Rico)


 

Peacewomen

«Die Marine zieht nicht ab, weil sie das will, sondern weil die Menschen sie vertrieben haben.»

Nilda Medina-Diaz hat ihr Leben der Entmilitarisierung von Vieques gewidmet. Die winzige puerto-ricanische Insel war 63 Jahre lang von der Marine der USA für militärische Übungen sowie Waffentraining und –tests genutzt worden. Hauptsächlich dank der Arbeit des Komitees zur Rettung und Entwicklung von Vieques, von Nilda mitbegründet, schlossen die USA 2003 ihre Stützpunkte. Neben der Koordinierung des Organisationszentrums der Bewegung für Zivilen Ungehorsam sorgt Nilda nach der Militärbesatzung weiter entscheidend dafür, dass ihr Volk informiert ist und an der Säuberung der Umwelt ihrer Heimat teilnimmt.

Nilda wurde 1950 in Vega Alta, Puerto Rico, als jüngstes von fünf Kindern geboren. Als Studentin an der Universität von Puerto Rico organisierte sie Demonstrationen für Arbeitsrechte und war in den 1970er Jahren Regionalkoordinatorin für die Sozialistische Partei Puerto Ricos. Bewaffnet mit wilder Entschlossenheit und einem Zertifikat zum Unterricht der Naturwissenschaften, zog sie 1980 nach Vieques.
Im Dezember 2000 stellten sich Nilda und andere Mitglieder des Committee for the Rescue and Development of Vieques vor riesige Traktoren der Marine, um eine weitere Militäraktion zu blockieren. Die herbeieilende Bereitschaftspolizei war gut mit Hunden, Pfefferspray und Handschellen ausgestattet. Als sich viele Einwohner/-innen den Protestierenden anschlossen, zog sich die Polizei zurück. Solche Szenen waren in Nildas Kämpfen mit den und für die Einwohner/-innen von Vieques üblich. Während des Ringens um „die vier D“ (Demilitarisierung, Dekontaminierung, Machtübertragung und Entwicklung) setzten sich die Mitglieder des Komitees oft selbst Gefahren aus.
Ihre Arbeit ist mit dem Abzug des US-Militärs nicht beendet. Als Mitglied des Restoration Advisory Board überprüft sie die militärische Entsorgung und berichtet darüber. Sie organisiert Gemeindeforen, unabhängige Expertengutachten zum Fortschritt der Entsorgung, Aktivitäten für Teenager-Mütter und Führungsmöglichkeiten für die lokale Jugendorganisation. Sie hilft bei Transportproblemen von Familien, deren Angehörige im Krankenhaus oder Gefängnis sind, und arrangiert Rechtsbeistand für Viequesen/-innen, die wegen der Nutzung des ehemaligen Militärgeländes für Gemeindeveranstaltungen von der US Umweltbehörde verhaftet wurden. Sie koordiniert “Radio Vieques”, ein wöchentliches Radioprogramm und wichtiger Dienst für ein Volk ohne Zeitung. Um Gemeinden mit ähnlichen Problemen zu helfen, berät Nilda das Projekt gegen Militär-Schadstoffe.

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