Visaka Dharmadasa(Sri Lanka)


Peacewomen      «Visakha Dharamadasa hat Mütter aus dem tamilisch beherrschten Norden und aus dem singhalesisch beherrschten Süden des Landes zusammengebracht, um den Kämpfenden nur eine Frage zu stellen: Wo sind unsere Kinder?»

Visakha Dharamadasa (geboren 1960) ist die treibende Kraft hinter der Vereinigung der Eltern von Vermissten Soldaten und der Vereinigung vom Krieg Betroffener Frauen. Als Frau, die sich als Antwort auf persönliches Leid radikal verändert hat, ist ihr die herausragende und bahnbrechende Tat gelungen, Mütter aus dem tamilisch beherrschten Norden und aus dem singhalesisch beherrschten Süden des Landes zusammenzubringen, um die eine Frage zu stellen: Wo sind unsere Kinder?

Als Visakha Dharamadasas 23-jähriger zweiter Sohn 1997 von der Armee als “vermisst” erklärt wurde, änderte sich ihr Leben über Nacht. Sie traf auf viele Menschen, die Informationen über ihre vermissten Kinder suchten. 1998 wurde sie Gründungsmitglied der Vereinigung der Eltern von Vermissten Soldaten. Dies gab ihr eine Plattform, um Verhandlungen mit dem Militär und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) (Befreiungstiger von Tamil Eelam) zu beginnen. Jahrelang ist Visakha, die in Kandy, im Zentrum Sri Lankas lebt, eine unermüdliche Organisatorin von Treffen und Demonstrationen gewesen, um Aufmerksamkeit auf die “Verschwundenen” zu lenken. Sie hat auch eng mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und internationalen humanitären und Menschenrechtsorganisationen gearbeitet, um den Schutz der Kriegsgefangenen sicherzustellen. Einer der Erfolge ihrer Organisation waren verbindliche Identitätsplaketten für Soldaten. Visakha ist mit einem Inder verheiratet und hat zwei weitere Söhne neben demjenigen, der vermisst ist; einer davon dient noch in der Armee.
Visakhas herausragender Beitrag ist es, Frauen von beiden Seiten des Konflikts zusammenzubringen. In diesem Prozess hat sie eine bemerkenswerte persönliche Veränderung erfahren. Als sie ihre Arbeit begann, nahm sie die LTTE unweigerlich als “Feind” wahr. Aber Einsicht in die Ursachen des Konflikts brachte ein grundlegendes gesellschaftliches Verständnis mit sich. Ihr wurde auch klar, dass Verhandlungen und Bündnisse entscheidend wären, um den Krieg zu beenden. Dank ihrer Arbeit hat das Militär von Sri Lanka einige seiner Verhaltensweisen geändert. Unterricht über das Humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte wurde in das Curriculum der Militärakademie aufgenommen. Visakha hat auch geholfen, das Verhalten der LTTE zu ändern – diese sind heute bereit, Vertreter/-innen zivilgesellschaftlicher Organisationen vom “verhassten” Süden zu Gesprächen zu treffen.

Association of Parents of Soldiers Missing in Action (APSMA) (Vereinigung der Eltern von Vermissten Soldaten)
Association of War-Affected Women (AWAW) (Vereinigung vom Krieg Betroffener Frauen)
Südasien | Sri Lanka

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