Rodah Chepkobus Rotino (Kenya)


 

«Alternativen zu weiblicher Genitalverstümmelung sollten keine Traditionen brechen. Man kann Traditionen nicht verbieten. Unser Ziel ist es, Traditionen fortzusetzen, aber ohne Verstümmelung.»

Rhoda Rotino (42) ist eine ausgebildete Lehrerin aus West-Pokot in Kenia. Zurzeit leitet sie das lokale Entwicklungsprogramm von World Vision in ihrem Heimatkreis. Seit Jahren engagiert sie sich gegen weibliche Genitalverstümmelung und die verfrühte Verheiratung von Mädchen. Sie besteht auf dem Recht von Mädchen, zur Schule zu gehen. Auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrung hat sie mitgeholfen, einen alternativen Übergangsritus zum Erwachsensein für Mädchen einzuführen. Unermüdlich setzt sie sich für die Schaffung von Bewusstsein gegen Genitalverstümmelung unter dem Volk der Pokot ein.

Sie wird offen verurteilt und als Verräterin an den Pokot kritisiert. Dennoch ist ihre Leidenschaft und Entschlossenheit, für die Rechte von Frauen und Mädchen zu kämpfen, ungebrochen. In einem Gebiet, in dem weibliche Genitalverstümmelung als normal und als Übergangsritus zum Erwachsensein für Mädchen angesehen wird, braucht es mehr als nur Mut, dies offen abzulehnen. Diesen Schritt hat Rhoda Rotino in ihrem Pokot Distrikt getan.
Genitalverstümmelung und frühe Ehen verletzen die Rechte von Mädchen und halten sie von der Schule fern. Viele sterben bei oder nach der Beschneidung, andere während des Gebärens, weil ihre Körper für diese Strapazen noch nicht reif sind. Rhodas Engagement und ihr Kampf für Frauen und Mädchen begann ehrenamtlich in ihrem eigenen Stamm, als sie Mädchen vor der Verstümmelung rettete. Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung in Kenia verboten ist, führen viele Gruppen sie noch immer durch. “Als eines der wenigen gebildeten Mädchen aus meiner Gemeinschaft hatte ich das Glück, über meine Rechte informiert und aufgeklärt zu werden“, sagt die Mutter von zwei Jungen und drei Mädchen.
Dank ihrer Anstrengungen haben mehr als tausend Mädchen einen alternativen Übergangsritus durchlaufen. Rhoda sagt, dieser Ritus “beschneidet” ihren Geist und bereitet sie auf das Erwachsensein vor, außerdem können sie weiter zur Schule gehen. Mehr als zehn Beschneiderinnen wurde geholfen, einen anderen Lebensunterhalt als das Beschneiden zu finden. Tausende Menschen in der Region sind über weibliche Genitalverstümmelung informiert worden, wodurch das Bewusstsein dafür gestiegen ist.

World Vision
Afrika | Kenya

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