Elsa Patria Jiménez Flores(Mexiko)


PeacewomenAls kleines Mädchen wollte sie Matrose werden. Ihre Mutter widersprach ihr nicht und kaufte ihr Hosen. Ihr Vater hatte lange auf eine Tochter und die Gelegenheit gewartet, sie bei einem geliebten Namen zu rufen: Patria – Vaterland. Sie hat eine große blutsverwandte Familie und eine zweite selbstgewählte. Sie gehört der Stammeskultur an, ist lesbisch und die geistige Tochter von Chavela Vargas – einer berühmten internationalen Sängerin, die für ihre Liebeslieder für Frauen bekannt ist.

Elsa Patria Jiménez Flores begann ihre Arbeit des öffentlichen Eintretens für Lesben zu einer Zeit, als diese noch immer von den Behörden verfolgt wurden. Es war der Anfang der Schwulen- und Lesbenbewegung in Mexiko, was zu einem Paradigma für Lateinamerika und der Karibik wurde. “Mein Vater war politisch und hatte eine romantische Vorstellung von einer Frau mit einer Fahne auf Wolken schwebend. Sie repräsentierte das Heimatland. Er wollte einer seiner Töchter den patriotischen Namen ‘Patria’ geben. Meine Mutter sagte, ‘Das ist kein Name.’ Es wurde jedoch mein Name, doch meine Mutter handelte einen zusammengesetzten Namen aus: Ich wurde Elsa Patria Jiménez Flores.”
Sie wurde nahe der mexikanischen Wüste geboren und wuchs in den Straßen von Mexiko-Stadt auf. Sie entdeckte früh, dass sie lesbisch war, dachte aber, “Das ist unmöglich”, bis sie die Aktivistinnen traf. Seit sie 19 Jahre alt war, ist es ihre Mission, Frauen zu unterstützen. Sie half, eine der ersten Lesbengruppen in Mexiko zu gründen und sie der feministischen Bewegung anzugliedern. “Mein Aktivismus war ein Lebensstil. Obwohl ich lesbischen Organisationen erst ziemlich spät begegnete, wusste ich, dass dies mein Leben ist.”
1997 wurde Elsa Patria Mitglied des Parlaments. In ihrer Amtszeit gelang es ihr, einige Lösungen für die Probleme von Frauen im Gefängnis und für vermisste Kinder zu finden. Sie engagierte sich auch für Frauen- sowie Schwulen- und Lesbenrechte. Nach ihrer Zeit im Parlament richtete sie ihr Augenmerk darauf, die Attentate auf die Frauen in Ciudad Juárez im Norden Mexikos anzuprangern und dagegen zu kämpfen. Dieser Ort ist traurigerweise seit mehr als zehn Jahren für die andauernden und zunehmenden Attentate und Vergewaltigungen Hunderter armer Frauen bekannt – “Feminizid”.

El Closet de Sor Juana (Das Outing der Schwester Juana)
Lateinamerika und die Karibik | Mexiko

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