Wilaiwan Saetia (Thailand)


 

Peacewomen

«Viele Problem weiblicher Arbeitskräfte bleiben ungelöst und so wird der Kampf der Gruppe für die Verbesserung ihrer Bedingungen weitergehen.»

Wilaiwan Saetia (geboren 1956) war noch eine Jugendliche, als sie in einer Textilfabrik in Bangkok zu arbeiten begann. Heute ist sie Präsidentin der Thailändischen Gruppe für die Einheit der Arbeiterinnen (WWUG), einem Netzwerk thailändischer Gewerkschaftsführerinnen. Sie engagiert sich seit 1986 aktiv in Kampagnen für Sicherheit und Wohlergehen von Fabrikarbeitskräften, insbesondere Frauen.

Wilaiwan Saetia hatte nicht gedacht, dass sie Gewerkschaftsaktivistin werden würde, obwohl sie seit ihren ersten Tagen als Fabrikarbeiterin Diskriminierung und Einschränkung der Rechte der Belegschaften beobachtet hatte. 1992 aber wurden sie und ihre Freundinnen dazu herausgefordert, für ihre Rechte einzutreten und versuchten, eine Gewerkschaft zu gründen. Obwohl dieser Versuch unterdrückt wurde, setzten Wilaiwan Saetia und ihre Kolleginnen ihren Kampf fort, bis es ihnen gelang, ein Netzwerk für die Rechte der Textilarbeiterinnen zu etablieren. Wilaiwan behauptet, dass die Rechte der Arbeiter und Arbeiterinnen grundlegende Menschenrechte sind und dass es solange soziale Probleme geben werde, wie ihre Rechte nicht anerkannt sind.
Ein wichtiger Erfolg ihrer Gruppe war 1990 die Zustimmung des Parlaments zum Gesetz zur sozialen Sicherheit, das das Wohlergehen von Frauen mit Kindern verbesserte. Wilaiwan gehörte zu den 18 Arbeitern und Arbeiterinnen und Studierenden, die 1989 einen Hungerstreik begannen, um das Parlament unter Druck zu setzen, dem Gesetz zuzustimmen. Ein 90-tägiger bezahlter Mutterschutz für alle Arbeiterinnen, der 1993 eingeführt wurde, war ebenfalls das Ergebnis ernsthafter Kampagnen und Forderungen von Wilaiwan Saetia und ihrer Gruppe. Sie waren auch an Veränderungen der Arbeitergesetzgebung beteiligt, etwa dem Arbeitsschutzgesetz, dem Gesetz zur Arbeitslosenversicherung und anderen. Das Feuer in der Kader-Puppenfabrik am 10. Mai 1993, bei dem es 188 Tote und 469 Verletzte unter den Angestellten gab, brachte Wilaiwan und ihre Gruppe dazu, bessere Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz zu fordern. Zuletzt thematisierte Wilaiwan eine Reihe weiterer ungelöster Arbeitsschutzprobleme, wie etwa Fragen der Umwelthygiene und der Arbeitsmedizin. Wilaiwan sagt, dass Sicherheitsmaßnahmen in Fabriken und am Arbeitsplatz zur obersten Priorität gemacht werden sollten.

Confederation of Laborers (Arbeiterbund)
Südostasien | Thailand

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