Nualnoy Timkoon (Thailand)


 

Peacewomen

«Frieden wäre nur eine Phrase ohne wirkliche Versuche, bedürftigen Kindern zu helfen, Bildung zu erlangen. Ohne Bildung müssen sie von der Hand in den Mund leben und wie können wir alle dann in Frieden leben?»

Nualnoy Timkoon, besser bekannt als “Kru Noy” (Lehrerin Noy), wurde 1944 als eines von 13 Kindern in Meenburi, Bangkok, geboren. Die Familie lebte in bitterer Armut, Noy musste jung jeden verfügbaren Job annehmen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre Erfahrungen mit Armut regten sie an, marginalisierten Kindern in Stadtgebieten zu helfen, eine Anwaltschaft, die sie 1980 aufnahm. Ban Kru Noy (das Heim von Lehrerin Noy) wurde 1987 beim Amt für Soziale Wohlfahrt zugelassen. Kru Noy arbeitete zehn Jahre allein, bevor Spender/-innen und Organisationen anboten, auf unterschiedliche Weise zu helfen.

Nualnoy Timkoon, oder Kru Noy, lebte mit ihrem Ehemann in einer Obstbaugegend im Ratburana-Viertel von Bangkok, einer Millionenstadt, die Menschen auf der Suche nach Arbeit anzieht. Vor 13 Jahren war Ratburana ein Drehkreuz für alle Arten von niederer Arbeit, in dem viele Wanderarbeiter/-innen mit ihren Familien Unterkünfte auf privatem Grund bauten, bis sie vertrieben wurden. Kru Noy begann 1980, als sie aufgrund ihrer angegriffenen Gesundheit zu Hause blieb, marginalisierten Kindern zu helfen. Halbgelähmt und unfähig, richtig zu gehen, wurde sie von einem achtjährigen Jungen betreut, während ihr Ehemann zur Arbeit ging. Die Migrantenkinder des Viertels streunten auf den Plantagen herum und pflückten unerlaubt Obst und die Eigentümer/-innen verjagten sie mit Stöcken und Zwillen. Aber auf ihrer Plantage winkte Kru Noy ihnen, näher zu kommen. Bald öffnete sie ihr Haus als Zuflucht, in der sie Kinder speiste und sie Lesen und Schreiben lehrte. Ihre Freundlichkeit wurde bekannt und zog immer mehr hilfesuchende Kinder an und ihre Ausgaben wuchsen. Ungeachtet des Fehlens von Mitteln borgte sie Geld, um ihre Initiative aufrechtzuerhalten. Sie wollte allen Kindern die Möglichkeit geben, aufrechte Bürger/-innen zu werden.
Zehn Jahre später, als sich das Wissen um ihre Arbeit verbreitet hatte, begann materielle Unterstützung in das Ban Kru Noy Kinderheim zu fließen. Sie startete ein Kampagne zum Druck auf staatliche Schulen, gefährdete Kinder aufzunehmen und ihnen somit gleiche Bildungschancen zu geben, ohne Nachweis, dass sie in Thailand geboren waren. 1991 fing die Regierung an, Kinder ohne Geburtsnachweis an staatlichen Schulen zuzulassen. Viele der von ihr unterstützten Kindern haben die Universität abgeschlossen und helfen ihr jetzt. Die Arbeit von Kru Noy kennt kein Ende. Sie hat sehr wenig Privatleben, da sie sich ganz der Steigerung der Möglichkeiten vernachlässigter Kinder widmet.

Ban Kru Noy Child Care Center (Ban Kru Noy Kinderheim)
Südostasien | Thailand

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