Lan Hsiang Hsu (China, Taiwan)


 

Peacewomen

«Bis jetzt haben alle Produkte, die wir konsumieren, unsere Wasserresourcen verschmutzt. Es geschieht im Interesse der Hersteller/-innen und ist den Verbrauchern/-innen nicht bewusst.»

Als Landwirtin im Bezirk Hsinchu befand sich Hsu Lan Hsiang inmitten von schrecklicher Umweltverschmutzung durch eine biochemische Anlage. Zusammen mit Dorfbewohnern und -bewohnerinnen der Gegend sorgte sie für die Schließung der Anlage. Später verhinderten sie den Bau eines Golfplatzes. Durch biologische Anbaumethoden und Information half sie den Landwirten und -wirtinnen, die Bedeutsamkeit von Wasser und Umwelt zu begreifen. “Nur wenn wir uns von allen Schadstoffen befreien und die Menschen aufhören, die Umwelt zu gefährden, wird die Erde gerettet werden.”

Hsu Lan Hsiang, geboren 1954 in einer Bauernfamilie, bewahrt sich lebendige Erinnerungen an die Dörfer, Teiche und Feuchtgebiete der Vergangenheit. 1971 verließ Hsu das Landleben und begann, in einer Fabrik zu arbeiten. Nachdem ihr klar wurde, dass sie nicht mit Verschmutzung und Ungerechtigkeit leben konnte, zog Hsu, in der Hoffnung, die schönen Erinnerungen zurückzubringen, nach Hsinchu, um Landwirtschaft zu betreiben. Zu ihrer Überraschung fand sie sich inmitten von Umweltverschmutzung durch eine biochemische Anlage und schwerer Umweltzerstörung durch den Bau eines Golfplatzes wieder. Um die natürliche Umgebung wiederaufzubauen, beschloss Hsu, das Kapitel Umweltschutz in ihrem Leben aufzuschlagen.
1992 vereinte sie die Dorfleute, um die Schließung der biochemischen Anlage zu erzwingen. Dann rief sie einen Boykott des Golfplatzes ins Leben und verhinderte seine Fertigstellung. Die Housemakers Union and Foundation und andere Umweltorganisationen unterstützten sie. Es ist das einzige Mal, dass Umweltschutzaktivitäten in Taiwan erfolgreich den Bau eines Golfplatzes stoppten.
Nachdem sie mehrere Kampagnen geleitet hatte, ging Hsu in die Berge zurück und dachte über Möglichkeiten nach, den Schutz von Wasser und Umwelt zu fördern. Hsu wusste um die Schwierigkeiten der Landwirte/-innen und den Kompromissen taiwanesischer Politiker/-innen mit der Liberalisierung der WTO. 1995 begann sie, mit biologischer Gärung zur Essigherstellung in den Bergregionen Hsinchus zu experimentieren. Mit ihrem Verständnis der natürlichen Umwelt und ihrer Suche nach sauberem Wasser, sauberer Luft und Erde gründete sie 2002 in Tulan, Taitung, die “Dawan” (Wildlilie) Farm. Hsus Bio-Essig hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf die engen Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Umwelt gerichtet; sie hilft Landwirten/-innen, Zutrauen in biologische Methoden zu fassen und sich den Umweltschützern/-innen anzuschließen.

“Dawan” Farm (Wild Lily Farm) (Wildlilie-Farm)
Ostasien | China, Taiwan

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