Chhing Lamu Sherpa (Nepal)


 

Peacewomen

«Ich glaube, dass es wichtig ist, zu den Wurzeln eines Baumes beizutragen, um gute Früchte zu erhalten.»

In den letzen zwei Jahrzehnten hat die 1960 geborene Chhing Lamu Sherpa eine ausschlaggebende Rolle dabei gespielt, Frauen und extrem marginalisierte Gruppen im Osten Nepals zu stärken. Als gebildete und qualifizierte Frau, die daran arbeitet, das Leben der armen und sozial benachteiligten Berggemeinden zu verbessern, dient sie anderen Mitgliedern der Sherpa-Gemeinde in Nepal – einer ethnischen Minderheit, die sich von den ländlichen Gebirgsgegenden, oft durch die Führung von Expeditionen, ernährt – als Vorbild.

Spott begegnete Chhing Lamu Sherpa als sie mit “alten” 17 Jahren mit der Schule begann. Familienprobleme hatten sie zuvor daran gehindert, aber durch harte Arbeit erhielt sie mit 23 ihr Schulabgangszeugnis.
Die Entschlossenheit, die Chhing zu ihrer ersten Dorfschule im ostnepalesischen Phinjoling (Distrikt Udaipur) brachte, half ihr auch, ihr Leben zum Erfolg zu machen. Die Bauerntochter war nicht nur das erste Mädchen in ihrem Dorf, die die Oberstufe abschloss, sie ging auch zur Universität und erwarb an der Universität Reading (GB) einen Diplom in Frauen und Landausbau. 1982 begann sie als Lehrkraft in einem von der Regierung geschaffenen Frauenausbildungszentrum, schulte Arbeiterinnen und beriet Hausfrauen in der Bewirtschaftung ihrer Gemüsegärten. Fünf Jahre später arbeitete sie bei Action Aid Nepal (AAN) (Hilfsaktion Nepal) als leitende Gemeindebetreuerin und Gender-Entwicklungskoordinatorin fünf Jahre lang. Um etwas über Umwelt- und Naturschutzfragen zu lernen, verließ sie AAN und trat dem Makalu-Barun Nationalpark- und Naturschutzprojekt bei. Sie organisierte die örtlichen Frauen für Naturschutz und Entwicklung.
1994 wurde sie von den jungen Männern des Bezirks, besonders den Sherpa, angeregt, Mountain Spirit (Berggeist) zu gründen, eine Organisation zur kulturellen Verbesserung der Jugend. Sie half, 2.000 Gemeindemitglieder und 75 Jugendliche zur Arbeit als Trainer/-innen zu bewegen; 20 davon arbeiten nun auf nationaler Ebene. Sieben Jahre später übertrug Chhing die Führung von Mountain Spirit auf die angeworbenen Jugendlichen. Seit 2004 arbeitet sie als Managerin des Bezirks-Programms bei der unpolitischen und regierungsunabhängigen, auf Kinder ausgerichteten Gemeindeentwicklungsorganisation Plan Nepal. Anfangs für das Reisen mit männlichen Kollegen kritisiert, wird sie heute von Organisationen wie dem Nepal Sherpa Verband für ihren Beitrag im sozialen Bereich geehrt.

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