Zenilda Maria de Araújo (Brasilien)


 

Peacewomen

«Das Land ist unsere Mutter, es muss verwaltet und bewahrt werden, um das Überleben aller, die dort leben, zu garantieren; es soll nicht in ein Objekt geschäftlicher Spekulation verwandelt werden.»
Die als Mutter des indigenen Stammes der Xucuru von Ororubá angesehene Zenilda Maria de Araújo (geboren 1950) spornte die Rettung der Kultur und des Territoriums dieser Volksgruppe aus Pernambuco an. Bis 1998 zeigte sie den Ureinwohnern und Ureinwohnerinnen ihre Rechte und schuf Führungskräfte, Seite an Seite mit ihrem Mann, einem indigenen Häuptling. In jenem Jahr wurde er ermordet. Zenilda wurde bedroht, aber sie machte mit der Wiedereinnahme des Landes und der Anerkennung der Rituale und Trachten der Xucuru weiter.
“Begrüße deinen Sohn, Mutter Natur! Er wird nicht begraben; er wird gepflanzt, so dass andere Krieger/-innen geboren werden.” Im Mai 1998 begrub Zenilda ihren getöteten Ehemann unter dem Klang der Maracás (indigene Rasseln). “Die Farmer töteten ihn, um uns einzuschüchtern und unseren Kampf zu beenden. Aber das vereinte die Xucuru noch mehr.” Einer ihrer Söhne wurde zum neuen indigenen Häuptling ernannt. Jetzt richteten sich die Drohungen gegen Mutter und Sohn.
Etwa 5 Jahre lang verließ sie das indigene Dorf nur in Begleitung und nur, um an indigenen Treffen in anderen brasilianischen Staaten teilzunehmen. Ihre tägliche Arbeit ist es, von Dorf zu Dorf am Berg Ororubu in der Stadt Pesqueiro im Pernambuco-Land zu ziehen, wo 9.000 Xucuru aufgeteilt in 24 Dörfern leben. Sie spricht mit den Familien und nimmt an den monatlichen Treffen zwischen Gesundheitsbeauftragten, Professoren/-innen und Führungspersonen teil.
Dank der Initiative und dem Durchhaltevermögen Zenildas, ihres Mannes und des Pajé (Hexendoktor und Priester indigener Stämme), nahmen die Xucuru einen Teil ihres Landes wieder ein und wurden zu einer organisierten Gemeinschaft. In den späten 1980ern initiierten die drei eine Bewegung gegen Vorurteile und für die Rettung von Kultur und Territorium ihres Volkes. Die erste Wiedereinnahme fand 1990 in dem Dorf Pedra D’água statt. “Die Farmer und Besetzer/-innen entwaldeten unser Gebiet und überdeckten es mit Weideland für Vieh, unsere Kinder wären verhungert. Heute wachsen sie gesund auf, denn ihre Eltern haben Land zu bepflanzen und Platz, um Vieh zu züchten, dass Milch liefern wird.” Eine weitere große Eroberung für die kleinen Xucuru war die Einrichtung indigener Schulen in den Dörfern mit bilingualen Unterricht und ethnischer Aufwertung. “Der Kampf für unsere Rechte ist noch lang und hart. Aber der Samen, der von meinem Mann gepflanzt wurde, ist erblüht.”
Lateinamerika und die Karibik | Brasilien

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