Martha Pelloni (Argentinien)


 

Peacewomen

«Wie liebt man? Was liebt man? Wen liebt man? Ich fand die Antworten in der Gesellschaft, bei den Menschen, und dafür danke ich Gott. Das war der Weg. »

Die argentinische Nonne Martha Pelloni hat ihr Leben dem Säen kleiner Samenkörner gewidmet. Sie pflanzt sie in den Seelen der Menschen ein, für die sie kämpft, und in die Seelen derer, denen sie beigebracht hat zu kämpfen. Sie weiß, dass aus diesen Samen Bäume wachsen, die Früchte tragen werden. Sie hat mehrfach mit ihrem Glauben riesige Berge versetzt – zum Beispiel, als sie an Krebs erkrankte oder als sie die Straffreiheit angefochten hat, mit der ein kleines Mädchen in der Provinz Catamarca vergewaltigt und ermordet wurde. Ihren täglichen unermüdlichen Kampf hat sie über 20 Jahre nicht unterbrochen.

Ganz früh am Morgen, bevor sie ihre Ordenstracht anlegt, öffnet die Nonne Martha Pelloni das Fenster ihres Zimmers. Als sie noch ein Kind war, sagte ihr Vater: “Du musst das Fenster öffnen und das Tageslicht sehen.” Und das macht sie – sie sieht die ersten Sonnenstrahlen, die die Stadt streifen. “Ich glaube, dass jeder Morgen eine Auferstehung ist”, sagt Martha oft. Sie praktiziert, was sie predigt: Sie selbst ist die Auferstehung der Botschaft von der Liebe Jesu. Tag für Tag entzündet Martha Pelloni in der Dunkelheit eine Kerze.
Sie wurde in ihrem Heimatland Argentinien bekannt, als 1990 ein junges Mädchen in der argentinischen Provinz Catamarca vergewaltigt und ermordet wurde. Die Mörder waren mit dem Gouverneur der Provinz verwandt und deswegen verfolgten die Behörden den Fall nicht. Aber Martha akzeptierte diese Straffreiheit nicht. Sie wollte Gerechtigkeit. Sie versammelte Menschen und veranstaltete mit den Freunden/-innen und Klassenkameraden/-innen des Opfers die erste Demonstration. Sie machten weiter und marschierten in den Straßen der Provinz. Bald schlossen sich die Väter und Mütter der Kinder an. Später erhielten sie die Unterstützung der Menschen aus verschiedenen Gemeinden, bis schließlich die gesamte Bevölkerung mit Martha Pelloni auf die Straße ging. “Bis zu 30.000 Menschen nahmen an den Protestmärschen teil, die über Monate hinweg Woche für Woche stattfanden.” Und die Gerechtigkeit siegte.
Seit damals hat Martha Pelloni nicht aufgehört zu protestieren. Das Licht ihrer Kerze brennt noch immer.

The Santa Teresa Foundation (Santa Teresa-Stiftung)
Lateinamerika und die Karibik | Argentinien

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