Eulalia González Orozco(Nicaragua)


Peacewomen
  «Endlich war es möglich zu leben und für die ganze Gemeinde das Recht auf Leben zu erreichen. Wir mussten uns selbst beibringen, wie man anders lebt!»

Sie ist Nikaraguanerin und noch keine 40 Jahre alt. Die Mutter von acht Kindern wurde von ihrem Partner geschlagen. Zu der Zeit lebte sie in einer ländlichen Gemeinde, in der häusliche Gewalt alltäglicher Teil des sozialen Umgangs war und auch zwischen den Schüssen der Militärgruppen weiterging. Doch das ist vorbei. Seit ein paar Jahren lernen die Menschen, einander zu verstehen. Es war Eulalia González Orozco, die ihnen half, als sie nach Abschluss einer Schulung zur ländlichen Rechtsvermittlerin in ihrer Gemeinde wurde.

“Ich habe mir gesagt: Sexuelle Gewalt und die Misshandlung von Frauen werden aufhören. Mit Verbrechen und Missbräuchen wird Schluss sein. Ich werde mich weiterbilden, koste es, was es wolle, so dass ich meiner Gemeinde helfen kann, sich zu verändern.” Eulalia González Orozco ist eine Bäuerin aus Caño Negro im Stadtbezirk Rancho Grande in der Provinz Matagalpa in Nikaragua. Caño Negro ist die Gemeinde, die sie verändern wollte. Doch warum? “Es war in den 1990ern, nach dem Krieg. Es gab noch immer viele bewaffnete Militärgruppen, die Menschen umbrachten. Viele Streitigkeiten über Land entstanden aufgrund der Pachtverhältnisse. Familien lebten in Missgunst, mit dem Wunsch nach Vergeltung. Überall war Gewalt. Ich war wütend. Woher sollten wir Hilfe erhalten, wenn es weder Gerichte noch Polizei gab?” Sie versuchte um Sachen zu kämpfen, die es nicht gab. Die Menschen bewunderten sie und wählten sie zu ihrer ehrenamtlichen ländlichen Rechtsarbeiterin. Sie nahm die Herausforderung an und begann 1999 durch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit einem Studium, um bei der Verwaltung des Rechts in ihrer Gemeinde mitwirken zu können. Das Wichtigste, das sie lernte, war, dass ein anderes Leben möglich ist, “mit Respekt zwischen allen Menschen”. Dies lehrte sie den Menschen. Sie wandte es täglich an, selbst gegenüber einem Mann, der aus Boshaftigkeit ihr Haus anzündete. Sie hätte umziehen können, hätte ihre neue Aufgabe aufgeben können, doch sie tat es nicht. Sie übte ihre Mission weiter aus. Fünf Jahre später war Caño Negro ein anderer Ort: “Niemand aus dieser Gemeinde sitzt im Gefängnis, es gibt keine Konflikte über Landpacht, Frauen werden nicht geschlagen und viele Geschäfte, die Alkohol verkaufen, werden geschlossen. Oh! Und dank Spenden haben wir ein neues Haus gebaut, so bescheiden wie das alte.”

Organization of the American States (OAS) (Organisation Amerikanischer Staaten)
Lateinamerika und die Karibik | Nicaragua

This post is also available in English.