Chris Norwood (Vereinigten Staaten von Amerika)


 

Peacewomen

«Grabe, wo du stehst, und du wirst sicher eine Quelle finden.»

Chris Norwood (geb. 1946) gründete Health People, das seinen Sitz in der Süd-Bronx, New York, hat und die größte Organisation in den USA ist für Gesundheitserziehung und Prävention durch die Betroffenen selbst. 1990 als Aids-Präventionsprogramm für Frauen begonnen, bietet die Organisation heute 3.000 Menschen im Jahr im kränkesten, ärmsten Teil von New York auch HIV-Programme für Männer, Familien und Jugendliche an. Zudem gibt es erfolgreiche Asthma-, Diabetes- und Raucherprogramme, alle aufgebaut durch Schulung von einkommensschwachen, chronisch kranken Menschen als Trainer/-innen und Führungskräfte.

“Mein Herz schrie: ‘Nicht auch noch das Baby!’ Seine Mutter Marty, eine wunderbare freiwillige, später feste Mitarbeiterin, hatte Aids; schwer genug zu akzeptieren, aber ich glaubte wirklich nicht ertragen zu können, das Kind zu kennen und sterben zu sehen – was es ein paar Jahre später tat. Innerhalb eines Jahres starb auch die Mutter und hinterließ ein Andenken und eine Wertschätzung, die noch 10 Jahre später ein Teil von mir bleiben. Marty war außergewöhnlich. Sie hatte als Jugendliche Aids bekommen, als ihre eigene Mutter sie auf die Straße geschickt hatte, um Geld für Drogen anzuschaffen. Dann brachte die Mutter sich um, während Marty im Gefängnis saß. Von allen eindrucksvollen Arten des Engagements, die ich gesehen habe, finde ich Martys die großzügigste: Selbst mit ihrem eigenen und dem Tod ihres Kindes konfrontiert, arrangierte sie eine spezielle Messe für die Seelenruhe ihrer Mutter.
Wenn ich erschöpft und verzweifelt bin, denke ich an all die Menschen, die uns bei der Erfüllung unserer Aufgabe helfen: der Mann, der wegen Erschießung eines Polizisten Jahre im Gefängnis verbrachte und der irgendwie zur freundlichsten, inspirierendsten Person wurde und vielen Jugendlichen half, in die Zukunft zu blicken; unsere Koordinatorin, die als Klientin anfing und als einzige HIV+ Frau vom Gouverneur in den staatlichen Aids-Beirat berufen wurde; unsere Diabetiker/-innen, von denen einige zu Beginn der Ausbildung kaum laufen konnten und die jetzt überall in der Gemeinde Kurse abhalten; und natürlich die Jugendlichen, die zuverlässig ihre Aufgaben als Mentoren/-innen für die jüngeren Kinder erfüllen, obwohl einige von ihnen selbst kein Zuhause haben.
Immer wieder wird unsere Überzeugung bestätigt, dass die Gemeinschaft Kontrolle über ihre Gesundheit übernehmen kann und dass von der Gesellschaft abgelehnte Menschen nicht nur persönlich weiterkommen, sondern herausragend anderen helfen können.

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