Hyun-Sook Lee (Korea)


 

«Wir leiden schon zu lange, mehr als 50 Jahre! Wir glauben fest, dass es jetzt Zeit ist, mit Eltern, Geschwistern, der ganzen Familie in einem wiedervereinigten friedlichen Korea zusammenzuleben. »

Hyun-Sook Lee ist Mitbegründerin und ehemalige Leiterin der 1997 mit dem Ziel der Schaffung einer Friedenskultur und der Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel gegründeten Organisation Frauen Schaffen Frieden. Sie trug zur Öffnung der Tür zwischen Nord- und Südkorea bei, indem sie die erste humanitäre Hilfe in den Norden brachte und zu den ersten persönlichen Besuchen ermutigte. Hyun-Sook ist auch Mitbegründerin der Korea Women’s Hotline, die Opfer häuslicher Gewalt berät und unterstützt. Die Hotline war maßgeblich daran beteiligt, dass jetzt häusliche und sexuelle Gewalt als kriminelle Handlungen gelten.

Hyun-Sook Lee besitzt mehr als 20-jährige Erfahrung im Bereich Menschenrechte und Friedensstiftung. Zusammen mit Kollegen/-innen an der Koreanischen Christlichen Akademie brachte sie als eine der ersten Initiativen ein Programm auf den Weg, das das Bewusstsein für häusliche Gewalt in Südkorea erhöhen und sie beseitigen sollte. Die Korea Women’s Hotline, die Opfer häuslicher Gewalt berät und unterstützt, war maßgeblich daran beteiligt, dass jetzt häusliche und sexuelle Gewalt in Südkorea als kriminelle Handlungen gelten, und dient als Katalysator für die progressive Frauenbewegung in Korea. 1997 initiierte Hyun-Sook die Women Making Peace (Frauen Schaffen Frieden) Bewegung. Ihre erste Kampagne war “Essen-Teilen-Liebe-Teilen” für nordkoreanische Frauen und Kinder, mit deren Hilfe 26 Tonnen Milchpulver in den Norden geschickt wurden. Das begründete den nord-süd-koreanischen Austausch, bekannt geworden als Sonnenschein-Politik. Seit 2001 beteiligt sie sich an Verhandlungen zwischen den beiden Koreas, und im Oktober 2002 gelang es ihr endlich, die “Nord- und Südkoreanische Frauen-Wiedervereinigungs-Rally für Frieden und die Umsetzung der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni” zu organisieren. Für viele der 700 delegierten Frauen war die Gelegenheit, Frauen aus dem anderen Land im Geist von Frieden und Toleranz kennenzulernen, eine zutiefst emotionale Erfahrung.
Im Mai 2003 organisierte Hyun-Sook eine Koalition gewählter Repräsentanten/-innen beider Koreas, NGO-Leiter/-innen und Wissenschaftler/-innen, die in die USA reisten, um mit Mitgliedern des US-Kongresses und Meinungsmachern/-innen über die Auswirkungen des Rückzugs der USA aus der Verwicklung mit Nordkorea zu sprechen. Im Dezember 2003 erhielt Hyun-Sook vom Koreanischen Rat für Versöhnung und Zusammenarbeit, der sich aus NGO-Führern und -Führerinnen und Parlamentsmitgliedern zusammensetzt, den renommierten Nationalen Versöhnungspreis.

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