Landon Pearson (Kanada)


 

Peacewomen

«Es gibt keine weltweite Sicherheit ohne Respekt für Kinder. Wir müssen mehr als nur Beobachter/-innen des Leidens von Kindern sein. Wir müssen ihre Partner/-innen in ihren Kämpfen sein.»

Landon Pearson (geboren 1930) ist seit mehr als 40 Jahren aktiv mit Kindern und Fragen im Zusammenhang mit jungen Menschen beschäftigt. Als Parlamentarierin engagiert sie sich für den Schutz und die Förderung von Kinderrechten, hauptsächlich im nationalen und internationalen Kontext. Sie leistete einen wichtigen Beitrag für die kanadische Außenpolitik im Hinblick auf Kinderarbeit, kriegsgeschädigte Kinder und die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern. Zusätzlich zu zahlreichen Artikeln zur kindlichen Entwicklung und Grundsatzfragen schrieb sie “Kinder des Glasnost: Sowjetisch aufwachsen”.

Landon hatte eine glückliche, mittelständische Kindheit. Sie erinnert sich, dass die einzige Erwähnung der tristen Lage anderer Kinder in der Welt von ihrer Großmutter kam. Wenn Landon manchmal ihr Abendessen verschmähte, mahnte ihre Großmutter: “Denk an die hungernden Armenier/-innen!” Im Rückblick erinnert sich Landon, dass dieser erste Blick auf das Leben weniger privilegierter Kinder keinen großen Eindruck auf sie machte. “In meiner kindlichen Vorstellung begriff ich nicht, dass dies Kinder wie ich waren. Ich wusste nur, dass diese Geschöpfe mir leid tun sollten. Das Vokabular jener Zeit umfasste keine Rechte für Kinder. Daher dachte ich in dem Zusammenhang nicht an Kinder.” Diese Perspektive änderte sich später.
Als Frau des Diplomaten Geoffrey Pearson reisten Landon und ihre Familie von Kanada nach Frankreich, dann nach Mexiko, danach nach Indien und schließlich in die Sowjetunion. Als sie die Lebensbedingungen durch die Augen ihrer eigenen Kinder beobachtete, erhielt sie zum ersten Mal direkten Einblick in die Bedürfnisse von Kindern. “Nun wurden die hungernden Kinder, die zu bedauern meine Großmutter mir auftrug (aber mich nie lehrte, wie ihnen zu helfen sei), zu jungen Menschen, deren Rechte auf Überleben und Schutz mit Füßen getreten worden waren, jungen Menschen, mit denen ich mich jetzt identifizieren und partnerschaftlich zusammenarbeiten konnte, so dass wir gemeinsam Lösungen für ihre Probleme finden können.” In der UdSSR besuchte sie fast jede Republik, um alle Aspekte des Lebens und der Entwicklung sowjetischer Kinder zu untersuchen. Es sollte der Beginn ihres lebenslangen Engagements für Menschenrechte im Namen der Kinder werden.

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