Holly Near (Vereinigten Staaten von Amerika)


 

Peacewomen

«Wir sind ein sanftes zorniges Volk wir sind ein Land vieler Farben wir sind Homos und Heteros zusammen wir sind ein friedvolles, liebendes Volk und wir singen, singen für unser Leben.»

Über 30 Jahre hat Holly Near mit ihrer Musik soziale Veränderungen angeregt. Sie hat bei Streikposten gesungen, in Gefängnissen und in der Carnegie Hall. Sie hat mit den Farmarbeitern/-innen zusammengearbeitet, mit Lateinamerika-Solidaritätsgruppen, Gewerkschaften, Frauen- und Umweltgruppen, antirassistischen Vereinigungen, Organisationen für die Rechte von Homosexuellen und Behinderten. Aus ihrer politischen Überzeugung heraus gründete sie eine eigene Plattenfirma. Da ihre Unabhängigkeit sie den Zugang zu den Massenmedien gekostet hat, regt sie Veränderungen von Gemeinde zu Gemeinde an.

Da passierte es schon wieder: Holly Near hatte gerade mit einem Konzert gegen den Vietnamkrieg begonnen, als die Verwaltung eine Bombendrohung meldete und dem Publikum und den Musikern befahl, den Raum zu verlassen. Holly blieb. Die “Drohungen” erfolgten so häufig, dass sie es schon durchschaut hatte: eine Taktik der Rechten, um Proteste gegen den Krieg zu stoppen. Über die Jahre wiederholte sich diese Szene in anderer Form und an anderen Orten. In El Salvador war Holly an einem Musikfestival gegen die Todesschwadronen beteiligt. Als Soldaten Maschinengewehre auf die Künstler/-innen richteten und sie zum Abbrechen aufforderten, blieb Holly – und sie sang.
In Kalifornien geboren, sang Holly schon als kleines Kind. In den späten 1960ern wurde sie in die Antikriegsbewegung hineingezogen und setzte ihre Stimme ein, um soziale Veränderungen anzuregen. Ab 1971 sang sie beruflich, die erste internationale Arbeit war mit der Gruppe Free the Army, wo sie für Soldaten sang, die sich gegen Krieg und Rassismus wandten. Bei der Bewerbung um einen Plattenvertrag wurde sie aufgefordert, ihre Texte zu ändern. Anstatt das zu tun, wurde sie eine der ersten Künstler/-innen, die aus politischer Überzeugung ihre eigene Plattenfirma gründete. Diese Firma, Redwood Records, benutzte sie, um andere Künstler/-innen bekannt zu machen. Sie koordinierte die erste Tour von Sweet Honey in the Rock in Kalifornien und nahm dessen erstes Album unter ihrem Label auf. Sie holte auch viele internationale Künstler/-innen in die USA, die mit Liedern Solidarität zeigten, u.a. das gefeierte chilenische Ensemble Inti Illimani.
Hollys Lieder sind Hymnen der Hoffnung und des kritischen Denkens, die die Zuhörerenden auffordern, ihr Bestes zu geben. Sie war eine der ersten, die die Übersetzung in die Gehörlosensprache in ihre Konzerte einbezog, was hunderte von Menschen zum Engagement für Behindertenrechte und –dienste brachte.

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