Nilda Estigarribia (Paraguay)


 

Peacewomen

«Während der Diktatur kam die Folter bei Männern am sichtbarsten zum Ausdruck, während sich in den Gesichtern der Frauen die humanitäre Hilfe in Gefängnissen, Krankenhäusern und auf Friedhöfen abzeichnete. »

Nilda Estigarribia wuchs auf im Kampf gegen die Misshandlungen, die von der von General Alfredo Stroessner geführten Militärdiktatur in Paraguay ausgeübt wurden. Sie war Mitglied der einzigen Menschenrechtsorganisation, die während dieser Zeit bestand, und stand unter Beobachtung durch das Militär. Mehrere Male gelang es ihr, der Gefahr, Opfer der Repressionen zu werden, zu entkommen. Sie schlug ständig gegen die Türen von Polizeistationen und Gefängnissen, um Folteropfer zu finden und ihnen zu helfen. Die Diktatur ging zu Ende – Nildas Engagement aber nicht. Viele Aufgaben sind noch unerledigt.

Nilda Estigarribia entdeckte ihren Kampfgeist als Jugendliche im Jugendklub einer der Zensur unterworfenen politischen Partei während der schlimmsten Phase der Militärdiktatur in Paraguay (1954 – 1989). Sie wusste damals, dass der Kampf für die soziale Sache und die Menschenrechte für sie immer Priorität haben würde.
Sie wurde in der Provinz geboren, in einer großen Familie aus der Mittelschicht. 1966 schloss sie ihr Medizinstudium ab. Während ihrer Assistenzzeit als Medizinstudentin in öffentlichen Krankenhäusern war sie von der großen Not der Menschen, denen sie begegnete, tief betroffen. In der Zwischenzeit setzte sie ihren Kampf im “Club Avalón” fort, dessen Mitglieder größtenteils mit der Partido Liberal Radical Auténtico (PLRA) (Authentische Radikale Liberale Partei) sympathisierten oder sonst Gegner und Gegnerinnen der diktatorischen Regierung Alfred Stroessners waren. Jede Zusammenkunft endete zu der Zeit damit, dass sie gewaltsam aufgelöst und etliche Leute eingesperrt und gefoltert wurden. Das war das Ende für einige Mitglieder aus Nildas Klub: “Ich sah, wie meine Weggefährtinnen und Weggefährten ins Gefängnis gingen.” Sie selbst und andere Mitstreiterinnen wurden vor einer Verhaftung gerettet. “Meine Aufgabe war es, den Gefangenen, Gefolterten und Erkrankten direkte Hilfe zukommen zu lassen.”
Die Diktatur ging zu Ende. Nilda engagierte sich weiter in der Partido Liberal Radical Auténtico und wurde für die Amtsperiode 1993 bis 1998 ins Parlament gewählt. Sie war Vorsitzende der Komitees für Gesundheit und für Menschenrechte und stimmte einer Politik sozialer Leistungen zu. Heute ist Nilda Estigarribia Mitglied der Staatliche Menschenrechtskommission (CONADEH).

Comisión Nacional de Derechos Humanos (CONADEH) (Staatliche Menschenrechtskommission)
Lateinamerika und die Karibik | Paraguay

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