Toita Yunusova (Russische Föderation)


 

Peacewomen

«Ich kann mir für mich selbst kein höheres Ziel vorstellen, als den Waisen und versehrten Kindern zu helfen, die Opfer dieses grausamen Krieges in der Republik Tschetschenien geworden sind.»

Seit 1995 engagiert sich Toita Junusowa (geboren 1966) aktiv in der Antikriegsbewegung, um das Blutvergießen in Tschetschenien zu beenden. Sie ist Friedensaktivistin und Mitglied der NGO Echo Woiny (Echo des Krieges). Bei humanitären Hilfsprojekten mit Flüchtlingen in der Kaukasusregion und bei der Zusammenarbeit mit russischen NGOs im Kampf für eine friedliche Lösung des Tschetschenien-Problems hat Toita fotografisches und Videomaterial gesammelt, von dem sie hofft, dass es zu Beweismaterial für Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien wird.

Als im Dezember 1994 der russisch-tschetschenische Krieg ausbrach, war Toita gerade bei Verwandten in Wolgograd (Russland) zu Besuch. Wieder zu Hause in Inguschetien, schloss sie sich sofort der Antikriegsbewegung an. Sie beschloss, sie könne nicht untätig sein; sie musste handeln. Ihre Aktivitäten waren vielfältig: Sie gab Waisenkindern zu essen, half russischen Müttern bei der Suche nach ihren Soldatensöhnen, brachte Flüchtlingen humanitäre Hilfe, nahm an Antikriegskundgebungen teil und organisierte Friedens- und Hilfsinitiativen. Sie wurde geschickt im Umgang mit einer Videokamera, um der ganzen Welt zu zeigen, was sie selbst in Tschetschenien sah.
Sie hatte immer ihre Kamera dabei, um Szenen aus dem Krieg, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zu dokumentieren. Sie tat, was sie konnte, um die schreckliche Wahrheit über den Krieg zu verbreiten. In den Archiven der Antikriegs-NGO Echo des Krieges lagern mehr als 200 Videobänder und über 2.000 Fotografien, die vom Horror des Kriegs in Tschetschenien zeugen. Toita hofft, dass sie eines Tages als Beweise dienen werden in Prozessen gegen jene, die den blutigen Krieg begonnen haben, und die, die schuldig geworden sind an der Tötung von etwa 100.000 unschuldigen Menschen in Tschetschenien.
Toita hat durch ihre Arbeit ihr Leben wiederholt aufs Spiel gesetzt. Im November 1999 kam sie auf der Flucht vor dem Luftangriff auf Grosny in das Dorf Alchan-Jurt. Statt Schutz zu finden, fand sie sich im Epizentrum entsetzlichster Kriegshandlungen wieder. Russische Truppen griffen mit heftigen Luftangriffen und Artilleriefeuer an. Innerhalb weniger Stunden lag das halbe Dorf in Schutt und Asche. Dutzende Zivilisten starben. Toita, die wie durch ein Wunder mit dem Leben davonkam, filmte die Geschehnisse mit ihrer Kamera. Später wurde das Video an die Medien weitergegeben und die ganze Welt konnte sehen, wie ein friedliches tschetschenisches Dorf flächendeckend bombardiert wurde.

Echo Woiny (Echo of War) (Echo des Krieges)
Europa | Russische Föderation

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