Ebadon Bibi (Bangladesch)


 

Peacewomen

 

«Heute müssen die fundamentalistischen Kräfte in Bangladesch erkennen, dass sie nicht gegen die organisierte Kraft der einfachen Leute ankämpfen können, die unter Ebadon Bibis Führung vereinigt sind.»

Ebadon Bibi (geb. 1945), früher Tagelöhnerin, ist nun eine schwungvolle Aktivistin, die für die Rechte der Landlosen kämpft, zu denen sie selbst zählt. Tapfer und einfallsreich, ist Ebadon eine geborene Motivatorin. Sie hat sich um die Popularisierung der Festlichkeiten zum Rokeya-Tag, dem Geburtstag von Rokeya Sakhawat Hossain (renommierte Pädagogin und Philosophin) verdient gemacht, der immer noch Signalwirkung zur Bekämpfung der fundamentalistischen und repressiven Kräfte hat. Ihre Arbeit hat eine Veränderung des Lebens und der Einstellung der Landlosen ihres Dorfes und der Umgebung bewirkt.

Ebadon Bibi verbrachte ihre Jugend in Schinderei, arbeitete für einen Hungerlohn, um ihre Familie zu ernähren, und wurde im Alter von 11 Jahren verheiratet. Dann traf sie auf Nijera Kori (das heißt “Es selbst machen”). Sie hörte den Nijera Kori Aktivisten und Aktivistinnen zu, die ihr Dorf besuchten, und war tief beeindruckt von der Idee, dass sie und andere Landlose ein besseres Leben gestalten könnten, indem sie sich selbst organisierten. Daher war sie die Erste in ihrem Dorf Sekhahati Gram, die die Aktivisten und Aktivistinnen willkommen hieß und sie herumführte. Sekhahati in Dogra, einem der ärmsten Bezirke von Bangladesch, war konservativ; es war untypisch für Frauen, eine derart aktive Rolle in den Angelegenheiten des Dorfes zu übernehmen. Aber Ebadon arbeitete geduldig daran, Frauen zu aktivieren, Frauengruppen zu bilden und die Gruppenmitglieder dazu zu bewegen, Themen, die ihr Leben und ihre Lebensgrundlage betrafen, aufzugreifen.
Von Anfang an wurzelten Ebandons Aktivitäten für die Landlosen in einer eisernen ideologischen Überzeugung. Unter ihrer Leitung feierte die Gruppe den Rokeya-Tag am 9. Dezember, organisierte Massenversammlungen sowie kulturelle Veranstaltungen und veranlasste sogar andere Organisationen, daran teilzunehmen. Rokeya Sakhawat Hossain, eine berühmte Pädagogin und Philosophin, wurde in dem Dorf geboren, in dem Ebadon heute lebt. Für sie stellen die Feierlichkeiten ein Instrument dar, um fundamentalistische Kräfte und Vorurteile, die Frauen schwächen, in Frage zu stellen.
Ebadon glaubt, dass es Frauen nur dann gelingen kann, ihre Lebensbedingungen in die eigene Hand zu nehmen und zu verändern, wenn sie sich vereinigen. Sie hat Frauen dazu angeregt, mit den Abneigungen und Engherzigkeiten zu brechen, durch die sie bisher eingeschränkt waren, und ist aktiv am Unterricht von Jungen und Mädchen beteiligt.

Landless Organization of Hosenpur (Vereinigung der Landlosen von Hosenpur)
Südasien | Bangladesch

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