Kishwar Ahmed Shirali (Indien)


Peacewomen

«Kishwar hat einen einmaligen Ansatz zu Psychotherapie in Indien, der nicht nur ein feministisches Hinterfragen patriarchaler Strukturen, sondern auch Buddhismus, Sufismus und andere örtliche Traditionen umfasst.»

Bereits als Heranwachsende wurde Kishwar Ahmed Shirali (geboren 1937) auf den Weg zur Aktivistin gebracht. Als sie an Universitäten in den USA und später Indien lehrte, richtete sie ihr Augenmerk auf die psychische Gesundheit von Frauen. Neben ihrem Engagement in mehreren Organisationen lag der Schwerpunkt von Kishwars Arbeit in den Dörfern von Himachal Pradesh (HP) und Kaschmir, wo sie unter verwirrten und verstörten Frauen und Kindern lebt. Durch Bildung und viele einzigartige Programme verhilft sie diesen Menschen, ihre Selbstachtung zu steigern.

Kishwar wurde in eine traditionelle muslimische Familie der Mittelklasse geboren. Die kommunalen Aufstände, die sie als Heranwachsende erlebte, und Gefühle der Unsicherheit wegen ihres muslimischen Hintergrunds, führten zur Unterdrückung der muslimischen Identität und Zuwendung zu einem weltlichen Leben – sie heiratete einen Hindu Brahmanen, mit dem sie zwei Söhne und eine Tochter bekam, bevor sie sich trennten.
Kishwar wurde feministische Psychotherapeutin und Aktivistin. Nach ihrer Promotion 1980 lehrte sie an Universitäten in Indien und den USA. In dieser Zeit schrieb sie viel zum Thema psychische Gesundheit bei Frauen und hielt auf verschiedenen Konferenzen Vorträge dazu. Bald beschloss sie, in ein Dorf nahe Shimla in HP zu ziehen, um unter verwirrten und verstörten Frauen zu leben. 1984 rief sei die NGO ASK ins Leben. Einzigartigerweise lebte und arbeitete sie therapeutisch bis 1993 mit nur einer Frau und deren Kind auf einmal. Dem folgten ambulante Programme in anderen Dörfern: Steigerung des Selbstbewusstseins der Frauen durch Bildungsprogramme, verbunden mit dem Bemühen, Kastenunterschiede abzubauen. Kishwars Arbeit in Kaschmir und HP folgten diesem einmaligen Weg. Seither engagiert sie sich für den Freiwilligen Gesundheitsverband von Indien, die Hilfsstiftung in Srinagar sowie Nishtha, die von ihr in HP gegründete Organisation, die für die Belange der Frauen dort arbeitet.
Kishwar hat auch einen besonderen psychotherapeutischen Ansatz in Indien gefördert. Er umfasst nicht nur ein feministisches Hinterfragen patriarchaler Strukturen, sondern auch Buddhismus, Sufismus und andere örtliche Traditionen als Quelle für indische Ansätze zur psychischen Gesundheit und Psychotherapie. Ihr Leben lang hat sie sich um Frauen und Kinder gekümmert: Opfer von Vernachlässigung, Stress, Gewalt und Unterdrückung. Mit therapeutischem Mitgefühl versucht sie, ihr Wohlergehen zu verbessern.

Atma Swastha Kendra (ASK)
Human Effort for Love and Peace Foundation – HELP Foundation (Stiftung Menschliche Bestrebungen nach Liebe und Frieden – Hilfsstiftung)
Südasien | Indien

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