Runa Banerjee (Indien)


Peacewomen

«Runa glaubt, dass es zur Stärkung der Frauen die ganzheitliche Entwicklung ihrer Familien und Kommunen zu fördern gilt, unter Einbeziehung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereiche. »

Runa Banerjee (geb. 1950) gründete 1984 den Verband der Selbstständigen Frauen (SEWA) in Lucknow, nachdem ihr klar wurde, dass Selbstständigkeit die einzige Antwort auf die missliche Lage der Chikankari- (traditionelle Stickerei aus Uttar Pradesh) Handwerkerinnen ist. Ihre Arbeit hat sich seitdem auf über 10.000 Frauen ausgewirkt, weitere 8.000 Frauen wurden in der komplizierten Technik des Chikankari ausgebildet. Nicht nur, dass viele früher verzweifelt arme Frauen nun bequem von ihrem Verdienst leben können, darüber hinaus wurde auch das alte, aussterbende Chikankari-Handwerk wiederbelebt.

Runa Banerjees Engagement für das Chikankari-Kunsthandwerk begann mit einer von der UNICEF geförderten Studie über die Lebensbedingungen der Kunsthandwerker/-innen in Indien. Als sie erkannte, dass das Chikankari-Kunsthandwerk in Lucknow in hohem Maße ausbeuterisch war, besonders für Frauen und Kinder, entschloss sie sich, zu bleiben und für sie zu arbeiten. Ihre Interaktion mit den Frauen führte sie zu der Überzeugung, dass Eigenständigkeit die einzig wahre Lösung zur Beseitigung der Not war. Deshalb gründete sie 1984 den SEWA in Lucknow, mit der Zielsetzung, das Kunsthandwerk zu erlernen, um dann ihr Können an andere Frauen weiterzuvermitteln. Runa, die in Lucknow und zehn weiteren Distrikten von Uttar Pradesh arbeitet, konzentriert sich auf die soziale und wirtschaftliche Stärkung von ausgegrenzten und ausgebeuteten Frauen. Im Laufe der Jahre hat sich Runas Aktivität direkt auf über 10.000 Frauen ausgewirkt. Ungefähr 8.000 Frauen wurden im schwierigen Handwerk des Chikankari ausgebildet, das heute ein landesweiter Modetrend ist und tausende von Imitationen nach sich gezogen hat. Nach der Unabhängigkeit erfuhr Chikankari einen starken Rückgang, aber durch die Bemühungen des SEWA wurde es wiederbelebt. Heute sind viele früher sehr arme Frauen in der Lage, von ihrem Verdienst zu leben.
Am Anfang gab es einen derart hartnäckigen Widerstand in den Familien, dass eine Reihe von Frauen körperlich angegriffen wurden, als sie SEWA beitraten. Unternehmer/-innen, Handelshäuser und Zwischenhändler/-innen betrachteten die SEWA Aktivitäten in Lucknow als Bedrohung für ihr Gewerbe.
Runa, die der Sache des Säkularismus, der Harmonie, der Schwesterlichkeit und des Friedens gleichermaßen die Treue gehalten hat, beteiligte sich in diesem Zusammenhang auch an zwischenstaatlichen Interventionen, vor kurzem in Gujarat, wo die Opfer des Pogroms von 2002 unter ihrer Führung resozialisiert werden.

Self-Employed Women’s Association-Lucknow (SEWA) (Verband der Selbstständigen Frauen – Lucknow)
Südasien | Indien

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