Malika Virdi (Indien)


 

«Das Schweigen zu brechen, so glaubt Malika Virdi, ist der Beginn eines jeden Kampfes und sie hat oft das Schweigen in ihrem Kampf für Frauenrechte gebrochen.»

Malika Virdi (geboren 1958) begann ihre Arbeit in Hilfslagern für Frauen, die während der Anti-Sikh-Aufstände 1984 Opfer von Gewalt wurden. Seitdem beschäftigt sie sich mit Frauenrechten. Ihre Arbeit umfasst nicht-schulische Ausbildung, Gesundheitsfragen, Gewalt gegen Frauen, insbesondere Morde an jungen Bräuten wegen Mitgiftstreitigkeiten in Nordindien, außerdem Kampagnen für die Anpassung des Vergewaltigungsgesetzes und Krisenbewältigung. Sie hat sich auch dem Panchayati-Raj-System für Selbstbestimmung angeschlossen und arbeitet derzeit an Problemen der Landfrauen im Bergland.

Das Leben änderte sich für Malika Virdi nach den Sikh-Massakern 1984, als sie erkannte, dass sie einer Minderheit angehörte. Als ersten Schritt zu dem, was ihr Leben bestimmen sollte, arbeitete Malika in Hilfslagern und dokumentierte die Aussagen der Frauen, die Opfer der Unruhen geworden waren. Zu der Zeit war das Asiad-Dorf in Delhi im Aufbau und eingewanderte Arbeiter/-innen bauten an verschiedenen Orten ihre eigenen Siedlungen. Als Malika das Angebot erhielt, der NGO Ankur beizutreten und sich mit nicht-schulischer Bildung und Gesundheitsfragen für Frauen zu beschäftigen, sagte sie sofort zu. Sie begann mit einem Kreuzzug gegen alle Formen von Gewalt gegen Frauen, besonders gegen die ständig steigende Anzahl von Morden an jungen Bräuten in Nordindien wegen Mitgiftstreitigkeiten. Von 1979 bis 1984 nahm sie an einer langen Straßentheater-Kampagne in Dehli teil, bei der es um die Mitgiftfrage und eine Reform des Vergewaltigungsgesetzes ging.
Ab 1987 hat Malika für mehrere Organisationen gearbeitet: zuerst für das Rajasthan Women’s Development Program, mit der Zielsetzung, das Thema Gesundheit von Frauen anzugehen. Dann führte sie eine Kampagne gegen das Programm, das die Regierung infolge der Hungersnot von 1988 eingeführt hatte und Frauen zur Sterilisation zwang; danach gründete sie eine autonome Frauengenossenschaft, Mahila Samooh-in Ajmer, die bei Krisen intervenierte und als Frauen-Unterstützungsgruppe fungierte.
Seit 1994 ist sie Mitglied des Uttarakhand Mahila Manch (UMM), ein Frauennetzwerk auf Bundesstaatsebene, das an der Spitze des Kampfs für einen unabhängigen Bundesstaat stand und Kampagnen gegen die Alkoholmafia in der Region durchführte. In Sarmoli, wo sie lebt, ist Malika Mitglied des Panchayati Raj Systems für Selbstbestimmung. In der lokalen Genossenschaft Ländlicher Frauen, Maati, arbeitet sie an Problemen, die ländliche Frauen in den Bergregionen betreffen.

Maati (Genossenschaft Ländlicher Frauen)
Uttarakhand Mahila Manch (UMM) (Nationales Frauennetzwerk)
Südasien | Indien

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