Hilda Marina Morales Trujillo (Guatemala)


 

Peacewomen

«Erschrecke nicht. Für das Leben der Frauen wird nicht ein einziger Schritt rückwärts getan.»

Eine Frau der Gegensätze. Sie setzt sich Kämpfen mutig aus. Mitfühlend. Weise. Gelassen, während sie über den nächsten Schritt nachdenkt. Mit festen Grundsätzen und starken Wurzeln. Von Amnesty International zur “Botschafterin des Gewissens” ernannt. 61 Jahre harter Arbeit gegen den Strom der Gegenwart. Lehrerin, Anwältin, Professorin für Menschenrechte, Arbeitsministerin, Berichterstatterin für die UNHilda Marina Morales Trujillo, Guatemaltekin, träumt von einer Welt mit gleichen Chancen für Frauen und Männer.

Martina: diesen kurzen Bericht über eine zwar wunderbare aber auch äußerst aktive Frau musste ich einfach durch ein wenig der englischen Informationen ergänzen.

Hilda Morales Trujillo (61) in einem armen guatemaltekischen Dorf geboren, hat sich in allen Positionen stets für die Schwachen und die Opfer von Gewalt eingesetzt. Für die UN war sie Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen, in Guatemala beteiligt sie sich am “Netzwerk keine Gewalt”, sie verteidigt kostenlos weibliche Gewaltopfer, setzt sich immer wieder bei Regierungsstellen und Justiz gegen Straffreiheit ein. Als Professorin an der San Carlos Universität hat sie Genderstudien und Frauenrechte eingeführt. Auch sie ist Opfer von Drohungen und Gewalt gewesen.
Eine erfahrene Koordinatorin und Vermittlerin auf der Suche nach Fairness. Sie kämpft mit dem Recht in der Hand. Anwältin, Mutter, Frau mit hohen Idealen, tiefgründig, unbestechlich. Für Hilda Morales Trujillo ist Frieden eine tägliche Aufgabe. “Frauen haben angefangen, Frieden durch kontinuierlichen Dialog aufzubauen. Er kann durch Entwicklung erreicht werden und wird zustande kommen, nicht durch den Buchstaben des Gesetzes, sondern wenn Frauen und Männern dieselben Chancen haben.” Sie träumt von einer Welt, wo Probleme durch Gespräche gelöst werden, wo “Frauen sicher durch die Straßen gehen können, ohne Angst vor Überfällen, Vergewaltigungen oder Mord haben zu müssen,” wo es für junge Leute Perspektiven gibt, wo Frauen mit mehr Arbeitsmöglichkeiten unterstützt werden, mit Zugang zu Gerechtigkeit, Ausbildung, dem Recht, Lesen und Schreiben zu lernen, und dem Recht auf Bildung.”
Ihr ermordeter Bruder, all die “vermissten” Studenten/-innen sowie ein Freund aus ihrer Jugend, der gefoltert wurde: Sie alle leben noch immer in ihr. Ihre Worte kommen nur langsam. “Gewalt ist die Verantwortung des Staates. Es ist notwendig, die Kampagne fortzusetzen, so dass keine Frauen mehr ermordet werden. Wir müssen den Mut haben, anzuprangern. Wir müssen das Leben zum Ideal der Gerechtigkeit führen.”
Lateinamerika und die Karibik | Guatemala

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