Fanny Sonia Pollarolo Villa (Chile)


 

Peacewomen

«Ich bin überzeugt davon, dass das Ende der Diskriminierung nicht nur den Opfern zugute kommen, sondern auch die Lebensqualität und die Kultur unseres Landes verbessern wird. »

Fanny Pollarolos Rolle in Chiles politischer, kultureller und sozialer Arena ist bedeutend und unentbehrlich. Als Parlamentsmitglied hat sie eine grundlegende Rolle beim Rechtsschutz sexueller Minderheiten gespielt. Sie war eine treibende Kraft bei der Entkriminalisierung von Sodomie und schuf das Aids-Gesetz, das dem Zweck dient, die Verantwortung des Staates in diesem Bereich festzulegen. Ihre Arbeit war dafür ausschlaggebend, verschiedene Zuständigkeitsbereiche zusammenzufassen, deren gemeinsames Ziel die Bildung einer Demokratie ist, die die Rechte einer vielfältigen Gesellschaft respektiert.

Linares, eine Stadt südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago, ist ein wichtiges Zentrum für Landwirtschaft und Viehzucht. Fanny Pollarolo wurde 1935 dort geboren. Ihr Einsatz für die Gemeinde begann als Ärztin und Professorin für Psychiatrie. Nach dem Staatsstreich von 1973 ging sie nach Argentinien ins Exil, wo sie bis 1975 blieb. “Während der Zeit der Unterdrückung ging ich in mein Land zurück, um für das Solidaritätsvikariat und die von der Christlichen Kirche geleitete Stiftung für Sozialhilfe zu arbeiten.” 1977 gründete sie das medizinisch-psychiatrische Programm für Opfer der Unterdrückung, das sie bis 1986 leitete. “Dort konnte ich etwas über die Auswirkungen von Folter, Vertreibung und andere schwere Menschenrechtsverletzungen lernen.” Bis zum Ende der Militärdiktatur 1990 kämpfte sie an vorderster Front für eine Rückkehr der Demokratie. Als Parlamentsmitglied für die Sozialistische Partei konzentrierte sich ihre Arbeit zwischen 1994 und 2002 “auf die Situation von Kindern, Jugendlichen ohne Schulbildung, Homosexuellengruppen, HIV-Kranken und den Schutz der Rechte von Frauen auf sexuelle und Fortpflanzungsgesundheit, ohne Diskriminierung, Zwang oder Gewalt”.
“Von klein auf werden wir Frauen behandelt, als wären wir nicht in der Lage, Entscheidungen für uns selbst zu treffen”, lautete ihr Aussage auf einer Tagung zur Aktivierung des Volkes gegen das Verbot der Pille zur Schwangerschaftsverhütung. “Der Mangel an Information und die systematische Missachtung der sexuellen Rechte der Frauen betrifft vor allem Jugendliche aus armen Verhältnissen; das sind die Mütter von beinahe 40.000 der jedes Jahr in Chile geboren Kindern.”
Heute arbeitet Fanny im Nationalrat für die Kontrolle von Narkotika (CONACE), wo sie sich der Rehabilitation von Straßenkindern widmet. Ihre Führung setzt weiterhin die Qualität und das Mitgefühl der Frauen ein im Dienst an der Bevölkerung.

Consejo Nacional para el Control de Estupefacientes (CONACE) (Nationaler Kontrollrat für Narkotika)
Lateinamerika und die Karibik | Chile

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