Patricia Verdugo Aguirre (Chile)


 

«Wir sollten als Erwachsene die selbstbewusste und freudige Art von kleinen Kindern beibehalten.»

Patricia Verdugo ist eine chilenische Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat ihre Arbeit auf Menschenrechte in der Zeit vor, während und nach der Militärregierung (1973 – 1990) und auf die Unterstützung der Demokratie ausgerichtet. Seit 1979 hat sie mehr als zehn Bücher über das geschrieben, was in Chile während der Diktatur passiert ist. Sie hat eine Reihe von Preisen gewonnen: 1997 den Nationalen Journalismuspreis in Chile; 1993 den María Moors Cabot Preis in den USA; 2000 hat die Vereinigung für Lateinamerikastudien ihr Arbeit gewürdigt.

Die Journalistin und Schriftstellerin ist die Tochter eines hingerichteten Politikers und die Schwester eines Armeeangehörigen. Patricia Verdugo Aguirre ist als Gegnerin des Militärregimes, das in Chile von 1973 bis 1990 herrschte, eine von Tausenden von Menschen, die die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land anprangerten und sich aktiv für die Rückkehr der Demokratie einsetzten. 1977 war sie Mitgründerin der Zeitschrift “Hoy” (Heute), einer Publikation, die gemeinsam mit anderen schriftlichen Medien eine unabhängige und kritische Position gegenüber der Diktatur bewahrte.
Die Ermordung ihres Vaters veranlasste sie dazu, der Protestbewegung vieler Frauen beizutreten, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit suchten. 1983 war sie Mitgründerin der Frauenbewegung für Leben, die – gemeinsam mit anderen Frauengruppen – gegen General Augusto Pinochet und sein Militärregime protestierten. Ihre Bücher, die auf unerbittlicher journalistischer Recherche basieren, sind nicht nur für den Erhalt des historischen Gedächtnisses und die Unterstützung von Menschenrechten, sondern auch für Gerichtsverfahren unentbehrlich. Eines von ihnen, “Los Zarpazos del Puma” (Die Spuren des Pumas, 1985), diente als Grundlage für die Investigation der Todeskarawane, die zur Verhaftung von führenden Geheimdienstlern führte.
Neben den oben genannten Büchern schrieb sie unter anderem auch: “Una Herida Abierta” (1979), “André de La Victoria” (1984), “Quemados Vivos” (Lebendig verbrannt, 1986), “Operación Siglo XX” (Operation XX. Jahrhundert, 1990), “Tiempos de Días Claros” (Zeit der klaren Tage, 1990), “Interferencia Secreta” (Heimliches Eingreifen, 1997), “Bucarest 187″ (2001), “Allende: Cómo la Casa Blanca Provocó Su Muerte” (Allende: Wie das Weiße Haus seinen Tod provozierte, 2003) und “De la Tortura (No) Se Habla” (Über Folter spricht man [nicht], 2005).
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