Suzuyo Takazato (Japan)


 

Peacewomen

«Suzuyo Takazato ist eine treibende Kraft hinter der wichtigen Frage, die dem momentanen militarisierten globalen Sicherheitssystem gestellt wird: Wem bietet das Militär Sicherheit?»

Suzuyo Takazato (geboren 1940) ist seit Langem feministische Friedensaktivistin, die das Zusammenspiel zwischen Sexismus und Militarismus anhand der Erfahrungen der Frauen in Okinawa analysiert hat. Ihre Arbeit hat globale, feministische Friedensbewegungen zu einem strukturellen Verständnis der Gewalt gegen Frauen inspiriert. Suzuyo half dabei, das erste Krisenzentrum für Vergewaltigungsopfer von Okinawa zu schaffen, um Opfern sexueller Gewalt telefonische und persönliche Beratung anzubieten, und 1995 führte ihr Aktivismus zu einem großen Protest durch die Menschen von Okinawa gegen US-Militärbasen.

Als Suzuyo in den frühen 1980er Jahren mit weiblichen Opfern sexueller Gewalt und Frauen aus der Sexindustrie arbeitete, begegnete sie vielen Hindernissen gegen deren Schutz und die Sicherung ihrer grundlegenden Menschenrechte. Als ihr klar wurde, dass die Bemühungen von Sozialarbeitern/-innen allein nicht ausreichten, um die Institutionen zu ändern, ließ sie sich für die Naha-Stadtversammlung aufstellen. Sie wurde gewählt und amtierte während 4 Legislaturperioden, auf Bereiche wie Frauen-, Kinder und Behindertenrechte, Entmilitarisierung, Umwelt- und Lebensmittelsicherheit konzentriert.
1995 nahm sie an der 4. Weltfrauenkonferenz in China teil. Sie war Präsidentin der Okinawa-Delegation und organisierte den Workshop “Militär: Strukturelle Gewalt und Frauen“. Dort erklärten sie ihre Gender-Analyse der Gewalt gegen Frauen durch das in Okinawa stationierte US-Militär. Bei der Rückkehr nach Okinawa erfuhren sie von einem weiteren sexuellen Angriff von US-Soldaten auf eine Minderjährige. Suzuyo war eine treibende Kraft hinter dem Protest, der die tiefe Wut der Frauen und ihren Entschluss “Genug ist genug“ ausdrückte. Mit anderen Feministinnen organisierte sie Sit-ins und forderte, dass Japans Regierung effektive Maßnahmen gegen Gewalt durch US-Soldaten ergreifen sollte. Die zögerliche Antwort der Regierung und die schwache Entschuldigung des US-Militärs brachte die Frauen dazu, ihre Bewegung zu stärken. Darauf wurde Okinawa Women Act Against Military Violence (OWAAMV) im November 1995 gegründet, um die verschiedenen Frauennetzwerke für Frauenrechte und Friedensthemen zu verbinden.
Seitdem arbeitet OWAAMV daran, sexueller Gewalt von US-Soldaten gegen Frauen als Friedens- und Sicherheitsproblem zu definieren und eine Chronologie der Sexualverbrechen seit 1945 aufzustellen. Neue Informationen werden der Chronologie regelmäßig hinzugefügt, die nun in 7. Auflage vorliegt.

Okinawa Women Act Against Military Violence (OWAAMV) (Frauen von Okinawa Handeln gegen Militärische Gewalt); East Asia-US-Puerto Rico Women’s Network against Militarism (Ostasien-USA-Puerto Rico-Netzwerk gegen Militarismus)
Ostasien | Japan

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