«Ich träume davon, eines Tages nach Burma heimzukehren. Aber bis dahin müssen wir Hoffnung verbreiten.»
Die aus dem Karen-Staat in Burma stammende Ärztin Cynthia Maung, geboren 1948, flüchtete 1988 nach Thailand, wo sie die Mae Tao Klinik gründete. Die Klinik rettet jährlich tausenden Flüchtlingen das Leben, unterhält Feldlazarette in Burma zur Behandlung Verschleppter, finanziert Frauenprojekte und Gesundheitsprogramme und bildet Ärzte/-innen aus, um die medizinische Versorgung entlang der Grenze von Thailand und Burma zu gewährleisten. Dr. Maung gründete auch ein Waisenhaus und unterstützt Schulen und Wohnheime. Die Mae Tao Klinik erhält finanzielle Unterstützung von NGOs und ausländischen Regierungen.
Cynthia Maung schlug sich sieben Nächte lang durch den Dschungel, um dem Bürgerkrieg in Burma zu entkommen. 1988 erschoss die Militärjunta tausende Studenten/-innen, die Demokratie gefordert hatten. “Alles wirkte so gefährlich”, erinnert sich Cynthia. “Und ich hatte das Gefühl, in Burma als junge Ärztin wenig tun zu können, um zu helfen.” Als sie kurz hinter der Grenze in Mae Sot ankam, war sie schockiert über die Anzahl von Burmesen/-innen in den Flüchtlingslagern. Viele waren verletzt und traumatisiert, Hunderte starben an Malaria. Mit Hilfe von ausländischen Hilfskräften und Dorfältesten startete Cynthia eine Behelfsklinik in einer alten Scheune mit Blechdach. Ihre Werkzeuge: Ein Medizinlehrbuch und ein Reiskocher zum Sterilisieren. Sie und ihr Team arbeiteten Tag und Nacht, um den Flüchtlingen das Leben zu retten. “Am Anfang wollte ich nur drei Monate bleiben. Aber täglich trafen mehr Verwundete und Kranke ein und es gab so viel zu tun.” In den letzten sechzehn Jahren hat “Dr. Cynthia”, wie die Einheimischen sie nennen, die Mae Tao Klinik in ein vielfach spezialisiertes Behandlungszentrum verwandelt, das im Jahr über 58.000 Aufnahmen verzeichnet und alles, von der Pflege HIV-infizierter Mütter bis zur Rehabilitation von Amputierten, bietet. Die Klinik unterstützt Schulen und Waisenhäuser und ist ein Refugium für misshandelte Frauen. “Wir sind immer überfüllt oder mit Engpässen bei der Versorgung mit Wasser, Nahrung oder Strom konfrontiert”, erklärt sie. “Und die Patientenzahlen steigen, da immer mehr Menschen aus Burma fliehen. Aber ich liebe meine Arbeit.” Trotz wiederholter Todesdrohungen hat Dr. Cynthia Feldkrankenhäuser in Burma aufgebaut. Ihr Team bildet außerdem Flüchtlinge in der Gesundheitsarbeit aus. “Wir müssen den Tod bekämpfen und Krankheiten behandeln, aber auch unser Volk stärken und unsere Kinder ausbilden, damit unsere Gemeinden stark werden können.”