Adrienne van Melle-Hermans (Niederlande)


 

Peacewomen

«In einem reichen Gebiet unseres Planeten geboren, fühle ich mich verpflichtet, mich für eine gerechtere Gesellschaft weltweit und daheim einzusetzen, um einen dauerhaften Frieden ein wenig näher zu bringen. »

Adrienne van Melle-Hermans kämpft seit vielen Jahren unermüdlich gegen die Polarisierung ihres Landes. Sie bekämpft den Rassismus und fördert auf vielen verschiedenen Ebenen die Kooperation zwischen Religionen und das Verständnis unter Frauen aus vielen Kulturen. Sie hat Frauen für Frieden auf Konferenzen, in Workshops und in den Medien repräsentiert. Adrienne van Melle-Hermans arbeitet auch an der Basis, indem sie Treffen und Gespräche in Wohnungen und Gemeindezentren arrangiert und sie so diese Frauen unmittelbar anspricht. Obwohl Krankheit einige ihrer Aktivitäten einschränkt, kämpft sie weiter.

Adrienne van Melle-Hermans weiß nicht, ob das, was sie tut, sich messen lässt. Sie glaubt, dass ihre Mission – die Bewusstheit der Frauen zu schärfen und das Denken von Menschen zu verändern – nicht mit Fakten, Zahlen oder Statistiken belegt werden kann. Manchmal sind die Früchte ihrer Arbeit aber sehr real. Sie erinnert sich, wie die von ihr mitbegründete Organisation Frauen für Frieden eine Kampagne für eine Institution durchführte, die schließlich zum Tribunal des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag für das ehemalige Jugoslawien wurde. Die Frauen begannen mit einer Petition und einer Anzeige in der nationalen holländischen Zeitung “De Volkskrant”, wodurch Tausende von Unterschriften und viele, viele Geldspenden aus ganz Holland zusammenkamen. Mit der Petition und dem Appell für ein Tribunal gingen die Frauen zum Parlament und übergaben ihre Forderung dem Außenminister. Die Frauen berichteten von Gräueltaten, erlitten während des Krieges auf dem Balkan: entsetzliche Geschichten von Vergewaltigungslagern und Massenmorden. Der sonst eher zynische Politiker war so betroffen von diesen Erzählungen, dass sein Widerstand zerbrach. “Da stand er, ich war neben ihm und er begann zu weinen”, erinnert sich Adrienne. Sie erinnert sich auch an ihr Staunen über die Großzügigkeit ihrer Landsleute. Sie erzählt, dass nach dem Aufruf so viel Geld übrig blieb, dass die Organisation 1994 ein Therapiezentrum einrichten konnte zur Linderung des Traumas von Frauen und Kindern, die Opfer des Balkankrieges gewesen waren. Dieses Zentrum arbeitet noch immer und erhält noch immer Geld von der holländischen Regierung, mehrere hundert Euro im Monat. Wenn das kein konkretes, messbares Ergebnis ist, was dann?

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