Maria José Mota (Brasilien)


 

Peacewomen

«Frieden bedeutet, Menschenrechte ernst zu nehmen. Es bedeutet, überall Ungleichheiten abzubauen. Ungleichheit erzeugt eine rebellische Atmosphäre.»

Zezé Motta, geboren 1944, war immer der Kunst zugetan: seit ihrer Kindheit in einer Privatschule und dann als sie, in einem Theaterkurs für ein Musical entdeckt, professionelle Darstellerin wurde. Ihre Mutter ist Schneiderin und ihr Vater Musiker. Schauspielerin, Sängerin und Leiterin einer NGO, die junge Afrobrasilianer und -brasilianerinnen bei der harten Ausbildung zu Schauspielern/-innen unterstützt – Zezé hat dazu beigetragen, dass afrobrasilianische Frauen insgesamt durch bemerkenswerte Bühnencharaktere an Ansehen gewinnen.

Wenn Zezé Motta als Teenager ihrer Mutter beim Nähen half, verbrachte sie viel Zeit am Radio. Ihr Vater bemerkte, dass sie ein Lied perfekt singen konnte, wenn sie es dreimal gehört hatte. “Er hat meine Berufung als Sängerin entdeckt”, sagte sie. Zezés Karriere begann in einem Musical. Sie wurde ausgewählt beim Abschluss eines Theaterkurses, den sie mit dem als Angestellte eines Pharmalabors verdienten Geld bezahlt hatte.
Zezé Motta schloss die Grundschule in einem Armenviertel in Rio ab, in einer vom fortschrittlichen Sektor der katholischen Kirche gegründeten Versuchsschule. Sie lernte früh das Theater kennen – und auch den Rassismus. Von einer Nachbarin hörte sie: “Musst du Theater studieren, um ein Dienstmädchen spielen zu können?” Die Frage schien für jemanden mit großen beruflichen Ambitionen unangebracht, aber sie tauchte in Zezé Mottas Leben wieder auf, als sie erste Einladungen zur Arbeit im Fernsehen erhielt. Die einzige Rolle für sie war das eines Dienstmädchens.
Hauptdarstellerin in der Rolle der Sklavin Chica da Silva im gleichnamigen Film zu werden, das war der Wendepunkt in ihrem Leben; das machte sie in Brasilien und auch international bekannt. Die Frage, wo Afrobrasilianer und -brasilianerinnen in der brasilianischen Gesellschaft einzuordnen sind, führte Zezé Motta zur afrobrasilianischen Bewegung und zur Gründung einer NGO, dem Brasilianischen Informations- und Dokumentationszentrum Afrobrasilianischer Künstler/-innen (CIDAN). In der kämpferischen Auseinandersetzung um mehr Afrobrasilianer und -brasilianerinnen in Film, Theater und Fernsehen, erkannte sie den Mangel an Chancen als eine Folge der unzulänglichen Ausbildung junger Schauspieler/-innen. “Ich erkannte, dass man aufhören musste, über Vorurteile zu klagen, und anfangen musste, etwas dagegen zu tun”, sagte sie.

Centro Brasileiro de Informação e Documentação do Artista Negro (CIDAN) (Brazilian Center of Information and Documentation of the Afro-Brazilian Artist) (Brasilianisches Informations- und Dokumentationszentrum Afrobrasilianischer Künstler/-innen)
Lateinamerika und die Karibik | Brasilien

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