Silvia Vera Ocampo (Argentinien)


 

Peacewomen

«Irgendetwas stimmte nicht in einer Gesellschaft, wo eine Person verhört wurde, nur weil sie eine Frau war. »

In ihrer Arbeit hat Silvia Ocampo mit viel Lebendigkeit und Sensibilität die sozialen Probleme ihrer Zeit erfasst. Nach ihrem Abschluss als Professorin der Bildenden Künste schloss sie sich dem Künstleratelier von Meister Demetrio Urruchúa an und übernahm es, als er 1955 gefangen genommen wurde. Sie gründete die Del Plata Gruppe. Als Malerin und Designerin fühlte sich Silvia ausgeschlossen, “weil sie eine Frau war”. Daraufhin erstellte sie eine Studie zur Situation von berufstätigen Frauen und verfasste zwei Aufsätze zu diesem Thema. Sie gründete auch ein virtuelles Museum für Künstlerinnen.

Ihre Mutter brachte sie in La Rioja zur Welt, einer Provinz im ländlichen Argentinien. Aber in der Hauptstadt Buenos Aires wurde sie als Künstlerin geboren und als Frau, die sich ihrer selbst und ihrer Umgebung bewusst ist. Sie heißt Silvia Ocampo, Malerin, Feministin und Sozialaktivistin.
Kurz nach ihrem Abschluss an der Nationalen Schule der Bildenden Künste schloss sie sich dem Künstleratelier von Meister Demetrio Urruchúa an, einem Maler mit sozialem Gewissen, der überzeugt war, dass der Kampfgeist eines/-r Kunstschaffenden in seinem oder ihrem Werk sichtbar werden muss. Und Silvia, die immer schon nonkonformistisch gewesen war, saugte diese Botschaft auf. Sie übernahm das Atelier des Meisters, als dieser 1955 im Rahmen der Repressionen der Regierung Peron gegen Menschen, die als ideologische Feinde/-innen galten, verhaftet wurde. Gemeinsam mit anderen jungen Kunstschaffenden gründete Silvia die Del Plata Gruppe, die aus dem Atelier von Urruchúa hervorging und bis 1964 bestand. Es war eine Zeit des integrierten Lernens.
Sie hat vieles mitgemacht: die Zeit der Haft ihres Meisters; die kulturelle Revolution von 1968; die Rechtfertigung der Feministinnen; die Repressionen der Militärdiktatur (1976 – 1983); den Krieg ihres Landes mit Großbritannien um die Falkland Inseln 1982 und die Korruption der “demokratischen Regierungen”. Sie war immer auf der Seite von Gerechtigkeit und Frieden. Sie schrieb in zwei Aufsätzen über ihren Feminismus: “Equilibrium between the sexes – An Analysis of the Feminine Matter” (Gleichgewicht der Geschlechter – Eine Analyse des femininen Anliegens, 1980) und “Male and Female Roles, Conditioning or Biology?” (Männer- und Frauenrollen, Konditionierung oder Biologie?, 1987). 1997 gründete sie das virtuelle Argentinische Museum für Frauenkunst im Internet und versucht nun, es durch die Gründung des Vereins der Museumsfreunde/-innen Realität werden zu lassen.

Museo Argentino de Artistas Plásticas (Argentine Museum of Women Artists) (Argentinisches Museum für Frauenkunst)
Association of Friends of the Museum (Verein der Museumsfreunde/-innen)

Lateinamerika und die Karibik | Argentinien

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