Tecla Wanjala (Kenya)


 

Peacewomen

«Im Krieg ist jeder Mensch Opfer. Um Gemeinschaften zu versöhnen, muss man sich vom verletzten Opfer zum verletzten Heilenden erheben. Ich bin eine verletzte Heilerin. »

Tecla Wanjala ist eine Kenianerin (43) mit vier Kindern. Ihre Arbeit widmet sie der Friedensstiftung. Sie ist Sozialarbeiterin und hat einen Master-Abschluss in Konfliktlösung. Sie begann ihre Arbeit 1991 mit Flüchtlingen und arbeitete später mit Binnenvertriebenen in ihrem Heimatdistrikt in Westkenia. Sie veranstaltete Versöhnungsversammlungen zwischen verfeindeten ethnischen Gruppen. Heute arbeitet sie von der Gemeinde- bis zur nationalen Ebene im Bereich Friedensstiftung und Wiederaufbau nach einem Konflikt. Ihre Motivation: “Ich will nicht, dass meine Kinder so leiden, wie ich andere leiden sah.”

Die Eastern Mennonite University akzeptierte Tecla Wanjala sofort für das Masterstudium in Konfliktlösung wegen ihrer überragenden Erfahrungen auf diesem Gebiet. Als Tecla zehn Jahre zuvor als Sozialarbeiterin in Lagern für Flüchtlinge und Binnenvertriebene arbeitete, war sie durch die Bedingungen, unter denen die Menschen lebten, durch die Geschichten ihrer Traumata und durch ihre Verzweiflung frustriert. Diese Frustration verwandelte die engagierte Sozialarbeiterin in eine Friedensstifterin. Tecla stammt aus einer armen randständigen Gemeinde in Westkenia. 1991 schloss sie ihr Studium der Sozialarbeit mit einem Diplom ab und arbeitete in einem Lager für 30.000 Flüchtlinge aus Somalia. Eigentlich sollte sie Kindern Kisuaheli lehren, aber dann sah sie ihre Verzweiflung, besonders auch die der alleinstehenden Frauen und Mütter ohne Lebensunterhalt. 1992 arbeitete sie für die Katholische Diözese ihres Heimatdistrikts Bungoma als Koordinatorin für Hilfs- und Rehabilitierungsmaßnahmen für 40.000 durch die ethnischen Zusammenstöße in Kenia 1991/92 vertriebene Binnenflüchtlinge. Viele konnte sie in kleine Landwirtschaftsprojekte vermitteln, um ein bescheidenes Einkommen zu erwerben. Bei dieser Arbeit fand Tecla Wanjala Wege, mit verfeindeten ethnischen Gruppen zu sprechen und sie zusammenzubringen, um einen Versöhnungsprozess in Gang zu setzen. “Sie sind alle Opfer”, sagt Tecla Wanjala. “An einem bestimmten Punkt sagten sie: ‘Uns ist bewusst geworden, was wir einander antaten. Auch wir müssen uns entschuldigen.’ Das ist der Anfang der Versöhnung.” Von 1996 bis 2003 war sie Koordinatorin von PeaceNet. Sie bildete Hunderte von Friedensfachkräften von der Geimeinde- bis zur nationalen Ebene in den Grundfertigkeiten der Konflikttransformation, in Lobbyarbeit und Interessenvertretung aus. Zurzeit arbeitet sie mit der Japan International Cooperation Agency (JICA) zum Thema Wiederaufbau nach Konflikten und baut ein Progamm zur Heilung von Traumata auf.

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