Neidonuo Angami(Indien)


Peacewomen
  «Beginnend mit der Lösung des durch den Konflikt bedingten Drogen- und Alkoholmissbrauchs, hat sich die Naga Mothers Association in den Friedensprozess zwischen Staat und Nagas eingemischt, in dem Frauen endlich ein Mitspracherecht erlangten.»

Neidonuo Angami (geboren 1950), eines der Gründungsmitglieder und frühere Präsidentin der Naga Mothers Association (NMA) (Vereinigung der Naga-Mütter), hat nie ein friedliches Leben gekannt. Ihr wurde klar, dass der heftige Kampf der Naga-Untergrundarmee und der indischen Sicherheitskräfte einen direkten Einfluss auf das Leben der Mütter hatte, die ihre Kinder durch Gewalt und Drogenmissbrauch als Reaktion auf den Konflikt verloren.
Sie und andere Naga-Mütter begannen die Kampagne “Kein weiteres Blutvergießen”, die sich als entscheidendes Verbindungsglied im Naga-Friedensprozess erwies.

Neidonuo Angami wurde geboren, als Nagaland vom Kampf zwischen der Naga-Untergrundarmee und den indischen Sicherheitskräften verwüstet wurde. Sie verbrachte ihre frühe Kindheit im tiefen Dschungel versteckt. Als Mutter von drei Kindern ist Neidonuo die treibende Kraft hinter der Naga Mothers Association (NMA), die 1984 geschaffen wurde und deren Gründungsmitglied und frühere Präsidentin sie ist. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren verschlimmerten sich die sozialen Probleme durch Alkoholismus und Drogenmissbrauch. Beim gemeinsamen Problemaustausch fühlten Neidonuo und einige Mütter deutlich, dass Mütter am meisten in Konfliktsituationen litten und es eine gemeinsame Plattform für sie geben müsste.
Neidonuos besonderer Beitrag ist der Antrieb, den ihre Aktivitäten dem Friedensprozess gegeben haben. Sie begann die Kampagne “Kein weiteres Blutvergießen”, die zu einem Treffen zwischen verschiedenen Naga-Untergrundgruppen und der NMA führte. Neidonuo und ihre Mitarbeiterinnen begaben sich oft direkt zwischen die kämpfenden Fraktionen und riskierten ihr Leben. Auf lange Sicht haben diese vertrauensbildenden Treffen der Regierung und der Untergrundführung aber geholfen, den Waffenstillstand zu verlängern. Eine andere bemerkenswerte Initiative war 2000 die “Reise des Gewissens”, ein Mensch-zu-Mensch-Dialog. Neidonuo war von der Konzeption über die Durchführung bis zum Abschluss einbezogen. Etwa 70 Nagas reisten nach Neu-Delhi, um zivilgesellschaftliche Gruppen, Regierungsvertreter/-innen und Betroffene zu treffen. Sie meinten, das Gespräch müsse auch außerhalb von Verhandlungsräumen geführt werden und Menschen beider Seiten müssen voll in den Friedensprozess einbezogen werden.
Ohne professionelle Ausbildung und Unterstützung haben Neidonuo und ihre Kolleginnen einen erfolgreichen Friedensprozess aufgebaut. Naga-Frauen haben eine Funktion in dem Friedensprozess zwischen der Regierung und der nicht-staatlichen Armee.

Naga Mothers Association (NMA) (Vereinigung der Naga-Mütter)
Südasien | Indien