Annapurna Moharana(Indien)


Peacewomen
  «Weil es eine Ausgangssperre in der Stadt gab, wurde die Zeremonie der Vereidigung in Annapurnas Haus abgehalten: Auch die dreizehnjährige Annapurna schwor, dem Land zu dienen, was sie bis zum heutigen Tag fortgesetzt hat.»

Annapurna Moharana (geboren 1917) hat seit ihrem 13. Lebensjahr gearbeitet, um Gandhis Tradition des friedlichen Protests weiterzutragen, und weigert sich, mit Korruption oder Unterdrückung Kompromisse zu schließen. In den vergangenen 75 Jahren hat Annapurna auf verschiedenen Problemfeldern gearbeitet. Das reicht vom Aufbau eines Stammes-Internats für Mädchen, der Sensibilisierung von Räuberbanden für den Pazifismus und dem Widerstand während des Ausnahmezustands 1975 bis zur Einrichtung eines Ausbildungszentrums für Krankenschwestern, das junge Frauen für die Geburtshilfe rekrutiert und ausbildet.

Die Freiheitskämpferin Annapurna Moharana begann schon als junges Mädchen mit der aktiven Sozialarbeit. Sie arbeitete im Alaka Ashram in Bari, einem kleinen Dorf bei Puri, Orissa, um Gandhis Vision eines dörflichen Indiens zu verwirklichen. Sie lebte mit der Landbevölkerung und sensibilisierte sie hinsichtlich Unberührbarkeit, Analphabetentum und koloniale Herrschaft. Sie wurde – was zu erwarten war – mehrmals verhaftet. Ihre Methoden waren aber stets gewaltfrei. Sie setzt die Tradition der Padyatras (Märsche) und des friedlichen Protests fort. 1972 bis 1973 nahm sie teil an einem Marsch ins berüchtigte Chambaltal, um die Banditen zu bitten, ihre Waffen niederzulegen. 1975, während des Ausnahmezustands, widerstand sie der starken Gegenmacht der Polizei, als sie das Bewusstsein der Menschen wecken wollte. Annapurna ist traurig darüber, dass so viele der von ihr errichteten Hilfswerke in der Korruption der Bürokratie versinken – weit entfernt von dem Indien, für das sie und andere Freiheitskämpfer und Freiheitskämpferinnen sich eingesetzt hatten. Ein Beispiel dafür ist das stammesbezogene Mädcheninternat in Rayagod, das Annapurna aufgebaut hat: Obwohl dem Institut von der Zentralregierung Mittel zugesprochen wurden, will die zuständige Behörde Schmiergeld. Annapurna will keinen Kompromiss und so bleibt das Geld ungenutzt.
Als ein aktives Stiftungsmitglied des Kasturba Gandhi Memorial National Trust (KGMNT) (Kasturba Gandhi Nationale Erinnerungsstiftung), eine von Gandhi zum Gedenken an seine Frau initiierte Stiftung, hat Annapurna verschiedene innovative Projekte eingeführt, darunter Geburtszentren quer durch Orissa, um junge Frauen für die Geburtshilfe zu rekrutieren und auszubilden. Das Alter hat Annapurna weder verlangsamt noch ihren Optimismus, dass sie in einer von ihren Träumen so weit entfernten Welt etwas bewegen kann, verringert.

Kasturba Gandhi Memorial National Trust (KGMNT) (Kasturba Gandhi Nationale Erinnerungsstiftung)
Sarvodaya (Selbsthilfeorganisation)
Utkal Naagari Lipi Parishad (UNLP)
Südasien | Indien