Ana Maria Romero de Campero (Bolivien)


 

Peacewomen

«Ich weiß, dass ich gegen Macht kämpfen kann, ohne mich von ihr verführen oder einschüchtern zu lassen.»

Die namhafte bolivianische Journalistin Ana Maria de Campero (1943) war von 1998 bis 2003 öffentliche Strafverteidigerin. Mit ihr wurde diese Position erst ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, die Menschenrechte von Häftlingen, Kokabauern und -bäuerinnen, Prostituierten, Kindern, Homosexuellen und Kranken ohne Ressourcen zu verteidigen. Sie hat nichts von ihrer Entschlossenheit eingebüßt. Heute fördert sie im Rahmen der Unite Bolivia Foundation, deren Vorsitz sie führt, gewaltfreie Formen der Unternehmensführung und des Dialogs.

1998 wurde in Bolivien ein neues Amt eingeführt: öffentliche Strafverteidigung. An der Spitze stand eine hochrangige Frau, die angesehene Journalistin Ana Maria de Campero. Ihre Arbeit als Journalistin ebnete ihr den Weg. Während ihrer Amtszeit als Strafverteidigerin trug sie zahlreiche Schlachten aus. Im Kampf gegen den Anbau von Kokain plünderten und verbrannten Armee und Polizei die Häuser der Kokabauern und -bäuerinnen und zerstörten damit auch die legale Ernte. Die Strafverteidigerin protestierte. Im Kampf gegen das Verbrechen darf die Regierung nicht selbst zu illegalen Methoden greifen.
Die medizinische Versorgung in den Gefängnissen ist erbärmlich. “Sie werden nicht nur ihrer Freiheit, sondern einfach allem beraubt”, sagt sie. Sie erwirkte, dass die staatliche Gesundheitsförderung eine Dialysestation einrichtete. Sie reiste nach Spanien, um entführte bolivianische Kinder zurückzubringen. Sie ging gegen die Misshandlung von Prostituierten vor und kämpfte gegen die Diskriminierung von Homosexuellen. Ihr Amt als Strafverteidigerin endete 2003, aber ihre Konfrontation mit den Mächtigen ging weiter. 2003 wurden 80 Streikende getötet und 800 verletzt. Sie begann einen Hungerstreik, um ihre Solidarität zu bekunden. Die Demonstrationen weiteten sich aus und die Armee stand kurz davor zu schießen. Sie verhandelte. Der Kommandeur griff ein und sagte, dass das Militär nicht auf wehrlose Zivilisten schießen würde. Nach dieser Ankündigung reichte Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada seinen Rücktritt ein.
Als Ana Maria de Campero aus ihrem Amt als Verteidigerin ausschied, sagte jemand zu ihr:”Sie hatten einen Grund, dich nicht erneut zu ernennen. Du hast das, was du gemacht hast, zu gut gemacht.” Es ist aber unwesentlich, dass sie nicht erneut berufen wurde; sie macht trotzdem weiter. Im Rahmen der Unite Bolivia Foundation fördert sie als Vorsitzende gewaltfreies Management und Dialog.

Unite Bolivia Foundation (Stiftung Vereinigtes Bolivien)
Lateinamerika und die Karibik | Bolivien

This post is also available in English.