Nicolasa Machaca Alejandro (Bolivien)


 

Peacewomen

«Schön ist mein Land von außen. Bitter von innen, mit seinen unterdrückten Kindern. »

Sie wurde 1952 als Kind einer indigenen Bauernfamilie geboren. Sie hütete die Schafe und Kühe und baute Kartoffeln und dicke Bohnen an. Sie lernte erst spät lesen, wurde dann eine Fördererin des Lesens. Sie gründete Mütterklubs, in denen Frauen geschult werden konnten. Sie bündelte die Bemühungen verschiedener Organisationen, die die Gemeinden unterstützten. Sie wurde verhaftet und gefoltert und war gezwungen, das Land zu verlassen. Sie wurde Sanitäterin und kehrte zurück, um den Armen Boliviens zu helfen. Sie heißt Nicolasa Machaca.

Sie war eine indigene Schafhirtin aus Bolivien. Mit 15 ging sie zu einem Treffen des Mütterklubs. Sie war noch nicht Mutter, aber die Frauen brachten ihr das Lesen bei. Das war 1970. Ein Jahr später wurde sie zur Lesefördererin. Dann wurde sie Präsidentin des Klubs. Als sie einen Veranstaltungsort benötigten, fand sie ein Gründstück und sie bauten darauf. Sie stellten ihre Webstühle auf und sie lernten. Sie wurde an andere Orte gerufen, um Mütterklubs einzurichten. Sie wurde in verschiedenen handwerklichen Berufen ausgebildet und gab das Gelernte an andere weiter. Mit 18 leitete sie 12 Gemeinschaften. Mit 20 war sie Vertreterin ihrer Provinz. Als Fördererin des Handwerks reiste sie durch das ganze Land und hörte auch von Gewerkschaften. Aber warum waren die Bemühungen so vereinzelt? Und warum gab es keine Frauen in den Gewerkschaften? Ihre Fragen führten zur Gründung des Einzigen Gewerkschaftsverbandes der Arbeiterschaft von Oruro.
Als Aktivistin bezeichnet, wurde sie verhaftet und gefoltert. Sie wurde aus einem Kleinflugzeug geworfen. Einige Bauersleute fanden sie. Eine Person aus der politischen Führung half ihr, aus dem Land zu fliehen. Ihre Kontaktpersonen sagten nur wenige Worte: “Geh dorthin und jemand wird dich abholen.” In Peru teilte ihr ein Arzt mit, dass es notwendig war, einen ihrer Füße zu amputieren und vielleicht auch den zweiten. Man brachte sie nach Kuba und es gelang, beide Füße zu retten. Sie kehrte nach Bolivien zurück, um weiter zu lernen, ihr Wissen zu vergrößern und mehr Bemühungen zu koordinieren. Die Leute hören nicht immer auf sie, weil sie eine Frau ist und indigen. Sie ist stur, aber aufgeklärt.

Tomás Katari Polytechnic Institute (Tomás Katari Polytechnisches Institut)
Juana Azurduy Center (Juan Azurduy Zentrum)
Small Milk Producers Association (Vereinigung der Kleinunternehmer/-innen in der Milchproduktion)

Lateinamerika und die Karibik | Bolivien

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