Nalini Nayak (Indien)


 

«Nalini spricht mit Ehrfurcht über die Widerstandskraft und Geschicklichkeit der Frauen, die Fisch verarbeiten und verkaufen; mit Wut spricht sie über Prozesse, die deren Lebensgrundlage zu untergraben drohen. »

Bevor Nalini Nayak (geb. 1946) tätig wurde, zählten die kleinen Fischereiarbeiter/-innen zu den am wenigsten organisierten Gruppen in Kerala. Sie hat ihnen seither dabei geholfen, Genossenschaften zu bilden und sich zu einer eingetragenen Gewerkschaft zu organisieren. Sie gründete die Kerala-Untergruppe der SEWA und wirkte mit beim Aufbau des Programms für Gemeindeorganisation. Nalinis ganzheitliche Auffassung von Fortschritt hat der Kerala-Fischereiarbeitergemeinschaft den Weg bereitet, sich zu einer bewussten Gruppe zu entwickeln, die ihre eigenen Interessen mit starker Stimme verfolgen kann.

Nalini Nayak zog es von Bangalor nach Kerala, um mit der wohl am wenigsten organisierten Gruppe des Staates zu arbeiten – den kleinen Fischereiarbeitern und -arbeiterinnen. Mit Hilfe von Freunden und Freundinnen organisierte sie eine Reihe von Marketing- und Kreditgenossenschaften und half ihnen, eine eingetragene Gewerkschaft zu gründen, die ihre Interessen sehr wirkungsvoll bei Behörden vertritt. Nalini gründete auch die Kerala-Untergruppe der SEWA in Thiruvananthapuram, die Frauen aus den Fischereigemeinden dabei half, alternative Arbeitsplätze zu finden. Diese Bewegungen stärkten auch die Stimme der Fischarbeitergemeinschaft, die heute über Zugang zu Sonderfahrzeugen verfügt, zumindest in einigen Gebieten, im Gegensatz zur kompletten Verweigerung von öffentlichem Transport in der Vergangenheit.
In Kerala half Nalini auch beim Aufbau des PCO, das Männer, Frauen und junge Leute dazu anhält, sich um besseres Management der Fischbestände, bessere Bildung, Gesundheit, sanitäre Einrichtungen, Transport und Unterkunft zu bemühen. Durch das PCO wurden Händlerinnen und Verkäuferinnen in die Lage versetzt, sich gegen ausbeuterische Steuern und Schikanen auf den Märkten zu wehren. Obwohl sie nachdrücklich die Interessen der Fischereiarbeiter/-innen vertritt, sieht Nalini die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen diesen Interessen und dem Ökosystem zu wahren. Letztendlich ist es die Quelle ihres Lebensunterhalt. Besonders eindringlich hat sie Forderung vertreten, das Ökosystem der Küsten zu schützen und zu regenerieren und hat gegen die Industrialisierung der Garnelenzucht an der Küste protestiert.
Nalini hat das Geschick und den Mut der Fischer zu schätzen gelernt, die dem Meer in winzigen Booten trotzen. Sie spricht mit Ehrfurcht über die Widerstandskraft und Geschicklichkeit der Frauen, die Fisch verarbeiten und verkaufen, und mit Wut über Prozesse, die deren Lebensgrundlage bedrohen.

Self-Employed Women’s Association (SEWA) (Verband der Selbstständigen Frauen)
Program for Community Organization (PCO) (Programm für Gemeindeorganisation)
Coastal Women’s Association (CWA) (Vereinigung der Frauen der Küste)
Südasien | Indien

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