Joséphine Léno (Guinea)


 

«Das Leben von Frauen aus Ländern mit hoher Analphabetismusrate zu verbessern, heißt gleichzeitig, das Leben in der gesamten Gesellschaft zu verbessern. »

Joséphine Léno (für ihren Namen gelten beide Schreibweisen Léno und Lenaud) ist eine berühmte Persönlichkeit im Gewerkschaftsumfeld ihres Landes und heute Vizepräsidentin des Wirtschafts- und Sozialrates von Guinea. Diese Behörde setzt einen Beratungsprozess durch, der auf die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Bevölkerung ausgerichtet ist, und überwacht seine Ausführung. Joséphine kämpft für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen dieses westafrikanischen Landes, nachdem sie bereits eine lange Karriere in der Gewerkschaft und als Lehrerin hinter sich hat.

Madame ist eine erfahrene Gewerkschafterin. In ihren gegenwärtigen Funktionen, besonders aber in ihrem Kampf, Mädchen in die Schulen zu bringen, ist Josephine Léno mit dem Unwillen der Eltern und traditioneller Führer konfrontiert, die starken Einfluss auf die Schülerschaft ausüben. Diese Entschulung von Mädchen, um sie früh zu verheiraten, schafft schwerwiegende Probleme im Kampf gegen Analphabetentum unter Frauen. Dank ihrer Aktivität werden Veränderungen im Bildungsbereich sichtbar in Kissidougou (eine Präfektur 592 km im Norden von der Hauptstadt Conakry), aber auch im Umfeld der Gewerkschaften, wo sie zu Krisenzeiten immer noch als Vermittlerin zwischen dem Staat und den Gewerkschaften dient. Durch ihre aktuelle Position befindet sich Joséphine im Mittelpunkt aller Fragen, die mit Verbesserungen der sozioökonomischen Bedingungen der Bevölkerung im Zusammenhang stehen. Ihre Arbeit dient auch Menschen auf dem Land sowie Arbeiter/-innen, die sie als Mediatorin in sozialen Konflikten akzeptieren.
Als Lehrerin und Mutter dreier Kinder, von denen zwei noch leben, war Madame Guilano, geborene Joséphine Léno, viele Jahre lang an der Spitze der mächtigen Nationalgewerkschaft der Lehrkräfte von Guinea. Das war während der Regierungszeit des Präsidenten Ahmed Sékou Touré, dessen Regierung auf einem Einparteiensystem gründete, das für seine massiven Verstöße gegen die Menschenrechte bekannt war. Nach dem Tod von Touré im April 1984 wurde Léno Mitglied der Internationalen Lehrergewerkschaft. Für den Zeitraum von vier Jahren war sie Mitglied des Übergangsrats für den Nationalen Aufschwung (CTRN), der als Legislative diente, bis zu den Legislativwahlen im Juni 1995. Zur Ministerin für Arbeit und Soziales ernannt, trug sie zur Eindämmung sozialer Unruhen in der Arbeitswelt bei, während sie sich gleichzeitig mit den damaligen Anführenden der verschiedenen Gewerkschaften im Dialog befand.

Economic and Social Council of Guinea (Wirtschafts- und Sozialrat von Guinea)
Afrika | Guinea

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